26.01.2022

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17.03.12 / IN KÜRZE

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 11-12 vom 17. März 2012

IN KÜRZE

Familientreffen mit Buch

Messe“ heißt bei Russen „jarmarka“, bei Ukrainern „jarmarok“, wobei immer der deutsche „Jahrmarkt“ grüßen lässt – am nachhaltigsten aus Leipzig, das mit Slawen seit jeher herzliche Wechselseitigkeit pflegt. Zur Buchmesse 2012 sind Polen, die Ukraine und Weißrussland „Schwerpunkt“, alle angeblich „terra incognita“ für uns. Polen ist uns jedoch gut bekannt, wofür seit 1979 der begnadete Übersetzer Karl Dedecius und sein Darmstädter Polen-Institut sorgen. Partner Polens ist die Ukraine, ganz direkt bei der Fußball-EM 2012. Literarisch ist sie wieder das unbedeutende „Klein-Russland“ der Vergangenheit, Genies wie der Ukrainer Nikolaj Gogol, Russlands geistvollster Autor, werden wohl nur einmal geboren. Dessen Nachfahren mussten vor 20 Jahren nach Jahrzehnten brutaler Sowjetisierung bei Null neu beginnen, was sprachliche Verarmung und Ausdünnung des Buchmarkts bedingte – spürbar am „Surschyk“, einer primitiven ukrainisch-russischen Mischsprache. Deren belarussisches Pendant ist die „Trasjanka“, Hörbeleg der Angst der 9,5 Millionen Belarussen und ihrer Autoren, in Identität, Sprache und Kultur „verloren“ zu gehen. Zwar ist der 21. Dezember „dzen rodnaj movy“ (Tag der Muttersprache), aber die wird nur noch von fünf Prozent der Menschen gesprochen. Hinzu kommt der „diplomatische Krieg“, den der diktatorische Führer Lukaschenko mit der EU führt. Da helfen nur Geniestreiche, wie der des Vereins „Europäisches Belarus“: Sie verbreitete als „Eugen Onegin Kapitel 10“ böse Puschkin-Zitate, gemünzt auf Lukaschenko. Da kam Schadenfreude auf, denn Puschkins Onegin hat nur neun Kapitel. W.O.


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