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31.03.12 / Wüsten-Spionage / CIA will Haushaltsgeräte durchleuchten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-12 vom 31. März 2012

Wüsten-Spionage
CIA will Haushaltsgeräte durchleuchten

Schenkt man den wenigen bisher bekannt gewordenen Details Glauben, dann entsteht derzeit im US-Bundesstaat Utah ein Spionagezentrum der Superlative. Unweit des Ortes Bluffdale sollen bis zum Jahr 2013 zwei Milliarden Dollar verbaut werden, um die National Security Agency (NSA), den großen, eher unbekannten „großen Bruder“ der CIA, fit für das Internet-Zeitalter zu machen. Der für die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation zuständige US-Geheimdienst, dessen bloße Existenz über Jahrzehnte geleugnet wurde, will mit dem im Bau befindlichen Spionagekomplex zukünftig weltweit das Internet, die E-Mail- und Telefonkommunikation überwachen. Die durch Anzapfen von Telekommunikationsanbietern und durch eigene Spionagesatelliten gewonnene Datenflut soll auf vier 2300 Quadratmeter großen Serverfarmen gespeichert werden. Zur Auswertung der Daten und vor allem zur Entschlüsselung von chiffrierten Dokumenten fremder Regierungen soll bis zum Jahr 2018 zusätzlich auf dem Gelände noch ein Supercomputer in Betrieb gehen. Sollten Angaben über einen im Aufbau befindlichen Exo-Flop-Computer zutreffend sein, dann würde es sich um die derzeit leistungsfähigste Anlage handeln. Mit dem Spionagekomplex scheint sich die NSA auf die steigende Zahl von Internetnutzern einstellen zu wollen: Aktuell wird die Zahl der Menschen, die Zugang zum Internet haben, weltweit auf etwa zwei Milliarden geschätzt, bereits für das Jahr 2015 wird von einer Zahl von 2,7 Milliarden Internetnutzern ausgegangen. CIA-Chef David Petraeus hat während einer Konferenz mit bemerkenswerter Offenheit erklärt, auf welchem Gebiet die US-Nachrichtendienste in Zukunft noch weitere Informationen gewinnen wollen: Die zunehmende Anbindung von Haushaltsgeräten wie etwa Fernsehgeräten oder Stromzählern an das Internet soll genutzt werden, um weltweit Personenprofile erstellen zu können. Für den immensen Strombedarf des Spionagekomplexes in Bluffdale wird die NSA in der Nähe des Geländes ein eigenes 65-Megawatt-Kraftwerk errichten, dessen jährliche Betriebskosten mit 64 Millionen Dollar angegeben werden.       Hermann Müller


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