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21.04.12 / Neue Techniken rund um das Wasser

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-12 vom 21. April 2012

Neue Techniken rund um das Wasser

Die sinnvolle Nutzung von Wasser kann durch neue Techniken zu einem Erfolgsmodell werden, wie man in Israel und auch Deutschland sehen kann. In einer der trockensten Gegenden der Welt, in der israelischen Negev-Wüste, ist der Weltmarktführer für Bewässerungstechniken Netafim beheimatet. Das Unternehmen ging aus einem Kibbuz hervor, dessen Mitglieder für die Wüstengegend ein Tröpfchen-Bewässerungssystem entwickelten. Den Pflanzen wird computergesteuert zur richtigen Tages- oder Nachtzeit nur so viel Wasser zugeführt, wie sie tatsächlich brauchen. Netafim besitzt heute für die hochbegehrte Technologie einen Weltmarktanteil von über 70 Prozent und hatte 2011 einen Wert von rund einer Milliarde US-Dollar. Heute gedeihen in der Negev-Wüste auf offenen Feldern, wo früher nicht einmal Gras wachsen konnte, sogar Tomaten und Früchte. Dass Israel heute im Gegensatz zu seinen Nachbarländern ein grünes und fruchtbares Land ist, verdankt es der intensiven Nutzung dieser Technik, die durch ein perfektes System von unterirdischen Rohren ergänzt wird.

An einer Nutzung von Wasser für die Stromerzeugung forschen insbesondere deutsche Institute. Meereswellen, Strömungen und Gezeiten können nach neuesten Berechnungen der Internationalen Energieagentur vier Mal so viel Strom liefern, wie derzeit benötigt wird. Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig und des Fraunhofer-Instituts für neue Energietechnik in Kassel/Bremerhaven wollen dieses Potenzial nun nutzen. Bisher arbeiten schon Gezeitenkraftwerke im französischen La Rance und nahe der südkoreanischen Stadt Ansan, die Hunderttausende von Haushalten mit Strom versorgen.           H.E.B.

 

Zeitzeugen

Zafar Adeel – Der Direktor des UN-Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit (UNU-INWEH) in Hamilton, Kanada, warnte auch dieses Jahr wieder einen Tag vor dem UN-Weltwassertag am

22. März mediengerecht vor Kriegen und Wasserknappheit auf der Erde. Der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser würde soziale Spannungen verschärfen und Länder instabil machen können.

Dörte Ziegler – Die Ingenieurin promovierte an der TU Berlin im Fachgebiet Wasserreinhaltung. Studienaufenthalte und Praktika in England, Frankreich, Spanien und den USA vermittelten Sprachkenntnisse und Weltläufigkeit. Heute reist sie im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durch die ganze Welt und konzipiert, berät und evaluiert diverse Wasserprogramme.

Simcha Blass – Der erste israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion inspirierte mit seinem berühmten Satz „Lasst die Wüste blühen“ den Agronomen Simcha Blass (1897–1982) zu einem Forschungsprojekt, das er 1966 mit ersten Versuchen im Kibbuz Hazerim in der Negev-Wüste begann. Die Bewässerung von Pflanzen mit Mikromengen an Flüssigkeit schien damals nur eine verrückte Idee eines Forschers zu sein. Heute hat die Firma Netafim auf der Basis der Forschungen von Blass die Weltmarktführerschaft in diesem Bereich errungen.

Jochen Bard – Der Diplom-Physiker und Experte für Meeresenergie am Fraunhofer-Institut für neue Energietechnik in Kassel und Bremerhaven forscht an Kraftwerken, die Meeresströmungen ausnutzen oder Wellen- und Gezeitenbewegungen anzapfen, um den unersättlichen Strombedarf der Industrie- und Schwellenländer zu befriedigen.

Melanie Huml – Beim 4. Wasserforum International in Hof im Februar erklärte die bayrische Umweltstaatssekretärin, dass bayrische Firmen sich künftig besonders den nordafrikanischen und arabischen Ländern zuwenden wollen. Sie wollen zeigen, wie die knappe Ressource Wasser effizient genutzt und die Abwässer sinnvoll gereinigt werden können.


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