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05.05.12 / Manchmal hui, oft pfui / Qualität privater Hochschulen und Akademien schwer einschätzbar

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-12 vom 05. Mai 2012

Manchmal hui, oft pfui
Qualität privater Hochschulen und Akademien schwer einschätzbar

Vorweg gesagt: Es gibt renommierte private Hochschulen mit hohem Rang und besten Erfolgsaussichten für die Absolventen. Darunter etwa die WHU in Vallendar (Otto Beisheim School of Management) für Führungskräfte in der Wirtschaft. Oder die Bucerius Law School in Hamburg für Spitzenjuristen. Diese beiden Universitäten, die auch zusammenarbeiten, belegen bei den einschlägigen Rankings jeweils die vorderen Plätze. Ihre Absolventen bevölkern heute die Chefsessel von Unternehmen, wirken in führenden Rechtsanwaltskanzleien oder in anderen Gebieten. Allerdings sind die Aufnahmebedingungen dort oft noch härter als an süddeutschen Universitäten. Neben einem exzellenten Abitur werden sehr gute englische Sprachkenntnisse erwartet; wer die zusätzlichen Aufnahmetests besteht, muss zudem die hohen Studiengebühren aufbringen. Dafür stellen diese Hochschulen auch Stipendien zur Verfügung.

Anders sieht das bei vielen privaten Fachschulen, Akademien, Hochschulen oder einer so genannten „University“ aus. Dort soll man Medien-, Sport- und Eventmanagement „studieren“ können. Die „Europäische Medien- und Businessakademie“ (EMBA) beispielsweise liegt in einem unfreundlichen Gewerbegebiet im Hamburger Norden und nennt sich auf ihrer Internetseite „private Hochschul-Akademie“, was immer das auch sein soll. Blumig wird hier „eine hohe Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt“ für die so ausgebildeten Event- und Medienmanager versprochen. Auch Gesundheits- und Hotelmanagement könne man hier lernen. Namen von erfolgreichen Absolventen, die mit dieser Ausbildung bereits gute Posten angetreten haben, fehlen auf der Seite der EMBA. Dagegen bietet die Makromedia Fachhochschule (MHMK) mit Standorten in München, Stuttgart, Köln, Hamburg und Berlin eine qualifizierte Ausbildung an, deren Hochschulabschluss auch durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst anerkannt ist. Über 80 Professoren unterrichten hier 1900 Studenten, die als Nachwuchs für die internationale Mediengesellschaft ausgebildet werden und gute Berufsaussichten erhalten.

Ähnlich die private Fresenius-Hochschule an sieben deutschen Standorten, die ebenfalls Studiengänge im Bereich Medien, Gesundheit und Betriebswirtschaft anbietet. Hier erhalten 5000 Studenten und Berufsfachschüler in den Bereichen Chemie, Biologie, Gesundheit, Medien und Wirtschaft ihr Basiswissen. Studiengebühren von 8000 Euro im Bereich Gesundheitsmanagement sind dabei kein Pappenstiel. Dafür werden kleine Klassen und eine sehr gute Betreuung durch die Lehrenden geboten. Ohne gehörigen Fleiß und eine durchschnittliche Begabung kommt aber auch hier niemand zu einem Abschluss. Eine Übernahmegarantie der Ausgebildeten etwa durch die Firma „Fresenius“, den Weltmarktführer für Dialysegeräte, gibt es für die Absolventen nicht. Wer dagegen sein Schäfchen bereits ins Trockene gebracht hat, sind die privaten Akademien und Hochschulen selbst. Durch die hohen Gebühren rentieren sie sich oft. H.E.B.


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