18.01.2022

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05.05.12 / Reges Leben auf allen Etagen / »100 Jahre Stadthalle» in Königsberg mit buntem Programm eröffnet − Museum dankt PAZ-Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-12 vom 05. Mai 2012

Reges Leben auf allen Etagen
»100 Jahre Stadthalle» in Königsberg mit buntem Programm eröffnet − Museum dankt PAZ-Lesern

Die Ausstellungseröffnung „100 Jahre Stadthalle“, die Ende März mit einer großen Abendveranstaltung gefeiert wurde, war aus Sicht der Veranstalter ein großer Erfolg. Zahlreiche Personen aus Politik, Musik, Literatur und der Heimatforschung nahmen daran teil.

Am Abend des 23. März hatte es niemand eilig, nach Hause zu gehen, und so dauerte die feierliche Eröffnung der Ausstellung zum 100. Jubiläum der Königsberger Stadthalle bis Mitternacht. Auf allen Etagen des Museums brodelte das Leben. Neben klassischer Musik waren Volksweisen und Chansons zu hören, Theaterstücke wurden aufgeführt und wissenschaftliche Referate vorgetragen. Während der Führungen wurden den Besuchern neue Fotobände zur Geschichte Königsbergs präsentiert und vieles mehr.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Im ersten wird die Geschichte der Stadthalle bis zum Jahr 1945 erzählt. Hier ertönt eine Aufnahme mit einem Werk des Komponisten Hans Pfitzner, das auch während der Eröffnung gespielt wurde.

Im zweiten Saal geht es um den Wiederaufbau in den Jahren 1980 bis 1990, als klar wurde, dass hier das Staatliche Museum für Geschichte und Kunst untergebracht werden sollte, dessen Interieur nun bis 2013/14 einer sorgfältigen Renovierung unterzogen werden soll. Um den Wiederaufbau der Stadthalle rankt sich eine Anekdote: Es gab einen Beschluss der Kommunistischen Partei der Stadt, das halbzerstörte Gebäude abzureißen. Dank der Initiative des damaligen Chefs der Stadtverwaltung, Viktor Denisow, wurde die Rekonstruktion der Stadthalle in den Dokumenten als „Wiederaufbau eines gewöhnlichen Gebäudes auf der Straße Klinitscheskaja“ deklariert. Niemand aus der Moskauer Parteiführung ahnte, dass im Inneren der Umbau für ein Museum vonstatten ging. Der Bau wurde von verschiedenen Staatsfirmen mit Material versorgt, so dass die Stadthalle schließlich erhalten blieb und heute eines der größten Museen des Gebiets beherbergt.

Dass die Jubiläumsschau solch ein großer Erfolg werden konnte, ist nicht zuletzt auch den Lesern der PAZ zu verdanken, die den in Folge 5 (Seite 13) veröffentlichten Aufruf um Mithilfe ernstgenommen haben und Vizedirektor Anatolij Walujew mit Informationsmaterial versorgten. Anatolij Walujew dankt auf diesem Wege allen, die geholfen haben. Sein E-Mail-Postfach füllte sich unmittelbar nach der PAZ-Veröffentlichung mit Fotos und anderen Dokumenten. Große Unterstützung hat das Projekt auch durch die Stadtgemeinschaft Königsberg erfahren – hier waren Lorenz Grimoni und Va­lentina Fischer besonders aktiv – sowie durch Wolfgang Freyberg, den Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen. Heino Neumauer vom Museum für Ur- und Vorgeschichte in Berlin konnte ebenso Material beisteuern wie Hans-Jörg Froese, Vorstandsmitglied der Landsmannschaft Ostpreußen und Vorsitzender der Prussia-Gesellschaft. Im Gebiet unterstützten zahlreiche Archive die Arbeit. Max Popow steuerte aus seiner Privatsammlung großformatige Fotografien und erhalten gebliebene originale Veranstaltungsprogramme der Stadthalle bei.

Alles in allem ist die Ausstellung „100 Jahre Stadthalle“ ein Beispiel dafür, wie fruchtbar eine deutsch-russische Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet sein kann. Die Austellung ist noch bis zum Ende des Jahres zu sehen.

Manuela Rosenthal-Kappi/J.T.


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