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28.07.12 / Gelebte Kultur des Erinnerns / Auf Schloss Burg trafen sich zum 16. Mal Landsleute zum »Kleinen Ostpreußentreffen«

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-12 vom 28. Juli 2012

Gelebte Kultur des Erinnerns
Auf Schloss Burg trafen sich zum 16. Mal Landsleute zum »Kleinen Ostpreußentreffen«

Alle Jahre wieder − und doch jedes Mal anders! Das nunmehr 16. „Kleine Ostpreußentreffen“ auf Schloss Burg bei Solingen ist nach wie vor eine feste Größe im Terminkalender der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. So trafen sich auch Mitte Juli dieses Jahres zahlreiche Landsleute und deren Familien, Ostpreußen-Freunde und Vertreter verschiedener Landsmannschaften sowie Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens in NRW auf dem Plateau vor der „Gedenkstätte des Deutschen Ostens - Mahnmal der Vertreibung in Europa“ zum Plachandern, Zuhören und Genießen. Mitten drin waren auch die ostpreußischen Kreisvertreter Manfred Ruhnau (Kreis Braunsberg), Gerd Bandilla (Kreis Lyck) und Elke Ruhnke (Kreis Heiligenbeil) sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der umliegenden landsmannschaftlichen Gruppen Wuppertal, Remscheid und Solingen.

An mehreren Ständen gab es neben „Bärenfang“ und „Pillkaller“ weitere typisch ostpreußische Spezialitäten. Ein Anziehungspunkt war auch diesmal der Stand mit traditionellem Bernsteinschmuck. Eine breite Auswahl an Publikationen, Landkarten, Postkarten, Videofilmen und Wappen rund um das „Land der dunklen Wälder“ ergänzte das Angebot. Mit von der Partie waren auch Vertreter vom „Bund Junges Ostpreußen“ in der Landsmannschaft Ostpreußen, die unter anderem ihre Jugendzeitung „Fritz“ vorstellten. Die Publikation hat sich der Pflege des ostpreußischen Erbes und der Zukunft des „Landes zwischen Weichsel und Memel“ verschrieben. Die Jugendlichen beschäftigen Schwerpunkte wie ostpreußische Landschaft erleben oder Geschichte, Gegenwart und Zukunft erfahren. Auch die Preußische Allgemeine Zeitung hat sich unter dem Motto „Kritisch, konstruktiv, Klartext für Deutschland“ präsentiert.

Das kulturelle Rahmenprogramm wurde von den Dabringhauser Musikanten unter der Leitung von Torben Krause und dem Quartettverein aus Bedburg-Königshoven unter dem Dirigenten Sergio Aleyandro Ruetsch bestritten. Die von Anke Dahlhaus angeführte Tanzgruppe „Die Nussknacker“ führte traditionelle Reigen auf.

Trotz unbeständigem Wetter hat man es sich nicht nehmen lassen, den Sonntag mit Vorträgen, Gedenken, Glockenläuten, Musik, Tanz und ostpreußischen Spezialitäten gemeinsam zu verbringen. Höhepunkt der diesjährigen Kulturveranstaltung unter dem Motto „Mein Volk geht zugrunde, aus Mangel an Erkenntnis“ (Hosea 4, Vers 6) war der offizielle Teil.

Die Kundgebung wurde von Jürgen Zauner, dem Landesvorsitzenden der Landsmannschaft Ostpreußen NRW, eröffnet. Zauner erinnerte unter anderem daran, dass die Gedenkstätte vor 61 Jahren durch den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss der Öffentlichkeit übergeben wurde. Viele Besucher der Veranstaltung nutzten übrigens die Gelegenheit, die historische Stätte in dem vor kurzem teilrenovierten Batterieturm zu besichtigen. Eine am Eingang angebrachte Bronzetafel weist auf die Geschichte und Bedeutung dieser Gedenkstätte hin. Der benachbarte Glockenturm beherbergt drei ostdeutsche Glocken, wobei die wertvollste und bedeutendste aus dem Dom der ostpreußischen Hauptstadt stammt.

In Ansprachen und Vorträgen wurden sowohl ein Rückblick in die Vergangenheit als auch die Würdigung der Gegenwart und nicht zuletzt ein Ausblick in die Zukunft geboten. Zu den Rednern gehörten neben dem Bundes- und Landesvorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien Rudi Pawelka auch Politiker der jüngeren Generation wie Michael Weigand, Vorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereiningung der CDU (OMV) in Nordhein-Westfalen und der Landtagsabgeordnete Gregor Golland (CDU), die beide durch familiäre Bezüge mit Ostpreußen verbunden sind.

Die Festrede hielt Bodo Löttgen, der vor kurzem zum Generalsekretär der CDU in NRW gewählt wurde. Unter dem Stichwort „Kultur des Erinnerns“ betonte Löttgen: „Die Erinnerungen und Traditionen, die Sie pflegen, diese alte Heimat in Ihren Herzen, ist zu allererst Ihre persönliche Heimat. Sie ist aber auch ein wesentlicher Teil unserer gemeinsamen deutschen Geschichte. Zum Verständnis der deutschen Geschichte und Kultur gehört auch das Wissen über Geschichte und Kultur des ehemaligen deutschen Ostens – von Böhmen und Mähren über Schlesien bis Masuren und Ostpreußen bis hin zu den deutschen Siedlungsgebieten an der Wolga und später in Sibirien und der kasachischen Steppe.“

Löttgen verwies in seiner Rede auch auf die Zielsetzungen der Gegenwart und Zukunft: „Es ist und bleibt Aufgabe der Landsmannschaft der Ostpreußen, sowohl die Kultur des Erinnerns wach und lebendig zu halten, als auch Gerechtigkeitslücken für die Erlebnisgeneration zu schließen. … Die Kultur des Erinnerns bedarf tagtäglicher Arbeit, institutioneller Unterstützung und finanzieller Ressourcen. Aber sie bedarf auch solcher Veranstaltungen wie dieser hier und heute.“

Jürgen Zauner, der Landesvorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen NRW, schlussfolgerte: „Die Rede von Bodo Löttgen und der Vortrag von Rudi Pawelka bedeuteten für mich politischen Klartext.“     Dieter Göllner


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