16.04.2024

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08.09.12 / Kontext statt Flucht / Vertriebenenzentrum legt Konzept vor

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-12 vom 08. September 2012

Kontext statt Flucht
Vertriebenenzentrum legt Konzept vor

Der Stiftungsbeirat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung hat einstimmig eine Konzeption für die Stiftungsarbeit verabschiedet. Sie wurde in die Sprache der ehemaligen Besatzungsmächte der Bundesrepublik und deren tschechischer und polnischer Verbündeter übersetzt.

Die meisten werden die Stiftung wegen der geplanten Dauerausstellung im Dokumentationszentrum besuchen und so kommt dieser eine besondere geschichtspolitische Bedeutung zu. Kernstück dieser Dauerausstellung soll neben dem „Prolog“, der „Empathie für alle von Zwangsmigration betroffenen Menschen wecken“ und dem ersten Raum, der einen „inhaltlichen und geografischen Überblick über das Thema“ bieten soll, der sogenannte Chronologische Rundgang darstellen. Entsprechend der politischen Vorgabe die Vertreibung der Deutschen in den historischen Kontext zu setzen, wird sie nur in einem von insgesamt sieben Gliederungspunkten thematisiert. Diese lauten: (1) Das Prinzip des ethnisch homogenen Nationalstaats und der Zerfall der Vielvölkerimperien am Ende des Ersten Weltkriegs; (2) Mehr- und Minderheiten zwischen den Weltkriegen; (3) „Volksgemeinschaft“, Antisemitismus und „Lebensraum im Osten“: Zentrale Bestandteile des Nationalsozialismus; (4) Der Zweite Weltkrieg (Besatzungsterror, Zwangsmigration und Völkermord als Teil der NS-Herrschaft; Das „ethnische Regime“ der stalinistischen Sowjetunion; Evakuierung und Flucht der deutschen Zivilbevölkerung); (5) Die Vertreibung der Deutschen und die Neuordnung Europas (Der Weg zur Potsdamer Konferenz; „Wilde Vertreibungen“; Zwangsaussiedlungen; Deportation, Internierung und Vertreibung in Südosteuropa); (6) Flüchtlinge und Vertriebene in Deutschland und in Europa nach 1945: Strategien, Konflikte und Erfolge von Integrationsprozessen (Ankunftserfahrungen; Zwischen Integration und Assimilation: Flüchtlinge und Vertriebene in beiden deutschen Teilstaaten; Versöhnungsinitiativen) (7) Nach 1989: Auf dem Weg zu einer europäischen Erinnerungskultur?           M.R. (Siehe auch Seite 11)


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