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15.09.12 / Tierischer Besuch in Cranz / Eine Robbe mischte sich unter die Bandenden – Invasion von Riesenwanzen – Ist das Wetter schuld?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-12 vom 15. September 2012

Tierischer Besuch in Cranz
Eine Robbe mischte sich unter die Bandenden – Invasion von Riesenwanzen – Ist das Wetter schuld?

Ein plötzlicher Temperatursturz folgt auf drückende Hitze, heftige Regengüsse mit böigen Winden und heftigen Gewittern auf Sonnenschein: In diesem Sommer spielte das Wetter im Königsberger Gebiet – wie schon im Vorjahr – verrückt. Ohne Regenschirm und Jacke sollte man besser nicht aus dem Haus gehen. Das Wetter scheint sich nicht nur auf die Menschen auszuwirken, auch die Tierwelt reagiert mit Veränderungen.

Vor kurzem ereignete sich in Cranz ein unglaublicher Vorgang: Am Strand mischte sich eine Robbe unter die Badenden. In der Nähe des Stadtzentrums saß das Meerestier, das man normalerweise an den Küsten des Königsberger Gebietes überhaupt nicht zu sehen bekommt, im Sand. Laut Zeugenaussagen war das Tier sehr erschöpft und benötigte offensichtlich Hilfe.

Schon mehrfach wurden in letzter Zeit Robben in Cranz und auf der Kurischen Nehrung entdeckt. Ob es sich um ein- und dasselbe Tier handelt, ist schwer zu sagen. Tierschützer haben die Badenden ermahnt, den Seehund weder anzufassen noch zu füttern und auch nicht zu versuchen, im Wasser an ihn heranzuschwimmen, weil die Tiere nur deshalb an den Strand kommen, um sich zu erholen. Doch die Leute waren von dem seltenen Gast so begeister, dass sie ihn nicht in Ruhe ließen, sondern versuchten, ihn zu füttern, zu fotografieren und anzufassen, ohne sich darum zu kümmern, dass der Biss des Tieres für sie gefährlich sein könnte.

Während der Meeresbewohner zumeist positive Emotionen bei den Strandbesuchern hervorrief, versetzten andere ungebetene Gäste sie in Angst und Schrecken. Die Rede ist von einer Invasion von Wanzen, noch dazu äußerst ungewöhnlichen. Ausgerechnet am Wochenende, als die Strände mit Menschen überfüllt waren, tauchten dort Tausende riesiger Wanzen auf. Die Insekten hatten mit zwei Zentimetern Länge das Ausmaß von Kakerlaken. Sie krabbelten über den Sand, krochen in Taschen und Kleidung hinein, bewegten ihre langen Fühler und erschreck­ten die Badenden. Zuvor war schon eine Anhäufung von giftigen Colorado-Käfern bemerkt worden, die gewöhnlich eher in den Kartoffelpflanzen einer Datscha anzutreffen sind.

Einige besorgte Menschen glaubten sogar, bei den Riesenkäfern handele es sich um den Einsatz einer biologischen Waffe. Noch unangenehmer wurde ihre Anwesenheit am Abend: Wer in Cranz nicht rechtzeitig die Fenster geschlossen hatte, konnte die Wanzen zusammen mit Fliegen und Mücken in seiner Wohnung bekämpfen. Jurij Tschernyschew


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