18.01.2022

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15.09.12 / Sichtbarer Dank an unsere Ostpreußische Familie / Die »Kursis« mit Spendenplakette

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-12 vom 15. September 2012

Sichtbarer Dank an unsere Ostpreußische Familie
Die »Kursis« mit Spendenplakette

Der Sommer neigt sich seinem Ende zu und das Absegeln hat begonnen – für den Kurenkahn „Kursis“, aber auch für unsere Berichterstattung über die Hilfsaktion, an der unsere Ostpreußische Familie einen so überaus regen Anteil nahm, und die nach anfänglichen Schwierigkeiten ein glückliches Ende gefunden hat. Der Kuhrenkahn und sein Kapitän Aurelijus Armonavicius haben einen guten Sommer hinter sich, der neue Motor hat mehr als seine Pflicht getan, denn es blieb nicht nur bei den Gästefahrten auf dem Kurischen Haff, auch bei anderen maritimen Veranstaltungen erwies sich der Kurenkahn aus Nidden als verlässlicher und erfolgreicher Teilnehmer. Und dass unsere Leserinnen und Leser dazu beigetragen haben, belegt die auf dem Kahn angebrachte Plakette mit der Inschrift „Herzlichen Dank den Spendern der Ostpreussischen Familie und der Preussischen Allgemeinen Zeitung, 2012“.

Blenden wir noch einmal kurz zurück. Der Niddener Aurelijus hatte den nachgebauten Kurenkahn in sehr marodem Zustand übernommen und restaurierte ihn mit eigenen Mitteln, um ihn einsatzfähig für Gästefahrten auf dem Kurischen Haff zu machen. Während einer Überholung in einer Werkstatt auf der anderen Haffseite wurde der noch nicht bezahlte Motor von Langfingern entwendet. Aurelijus stand nun mit einem motorlosen Kahn da und wusste nicht, wie und womit er einen neuen gebrauchten Motor finanzieren sollte, und den geklauten musste er weiter abbezahlen. In seiner Verzweiflung wandte er sich an Herrn Hans-Jörg Froese, als der Memeler Kreisvertreter in seiner Heimat weilte, und bat um Unterstützung. Herr Froese unterrichtete uns über diesen für den Niddener Betreiber existenzbedrohlichen Vorfall, und gemeinsam wurde die Spendenaktion „Ein neues Herz für ,Kursis‘“ beschlossen, an der sich die Ostpreußische Familie sehr rege beteiligte. Aurelijus vermochte sein Glück kaum zu fassen, als er den neuen 20-PS-Motor persönlich beim Yamaha-Händler in Hamburg abholen konnte. Er übermittelte Herrn Froese und uns dann immer wieder seinen Dank und die Freude über seinen „Kahn mit neuem Herz“, mit dem er seit Ende Mai auf das Haff fahren konnte.

Soweit die Geschichte in Kurzform, der wir nun mit den letzten Informationen, die uns von Aurelijus erreichten, noch einige erfreuliche Abschnitte hinzufügen können. Von den Filmaufnahmen eines litauisch-deutschen Teams, das auf der Nehrung einen Dokumentarfilm mit historischem Hintergrund drehte, hatten wir schon kurz berichtet. Jetzt übersandte uns Aurelijus einige Aufnahmen mit der „Kursis“ als Star. Der neue Motor mit E-Start, Schubschraube und Fernlenkung hat mitgeholfen, dass die Aufnahmen zügig vonstatten gehen konnten, worauf Aurelijus natürlich sehr stolz war. Die Plakette mit dem Dank an unsere Spender war kurz vor der Feier zum 760. Geburtstag der Stadt Memel fertiggestellt worden, sodass sie schon auf der „Kursis“ angebracht war, als diese am 3. August zusammen mit zwei anderen Kähnen, darunter ein nachgebauter Kurenkahn aus dem Königsberger Gebiet, von Nidden nach Memel segelte. Bis nach Schwarzort fuhren auch zwölf deutsche Gäste mit. In Memel fand eine Regatta mit alten Segelschiffen statt, auch ein vierter Kurenkahn kam hinzu. Die „Kursis“, die mit einer Vierer-Mannschaft segelte, kam in dieser „Bootsklasse“ als Erste ins Ziel.

Die Froeses, eine alteingesessene Nehrungsfamilie, die seit 250 Jahren auf der Nehrung nachweisbar ist, beweisen ihre Brückenfunktion nicht nur in einer eigenen Ausstellung im historischen Museum „Neringa“, sondern auch mit einer Spende für eine Sitzbank, die jetzt am Weg zur Fischerkirche aufgestellt wurde. Bei der Realisierung ihres Wunsches haben den Spendern ihre litauischen Freunde Aurelijus und Sofija tatkräftig geholfen. An der

Rück­lehne der großen Sitzbank ist eine Plakette mit einer entsprechenden Information angebracht. Vor allem werden sich ältere Kurgäste über diese schöne Holzbank freuen, denn sie bietet ihnen einen bequemen Ruheplatz mit herrlicher Sicht auf Nehrung und Haff. R.G.


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