13.08.2022

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29.09.12 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-12 vom 29. September 2012

MELDUNGEN

20 Jahre lang politisch korrekt

Sophia Loren, Jodie Foster oder auch Clint Eastwood beehrten das Hamburger Filmfest einst. Nimmt man nur die Namen dieser Stars, dann scheint das Festival stets für viel Glamour gesorgt zu haben. Vom 27. September bis zum 6. Oktober geht es nun schon zum 20. Mal über die Leinwände.

Doch der Starfaktor hält sich im Jubiläumsjahr in Grenzen, was wohl daran liegt, dass man eher auf exotische Länder wie Nepal, Singapur, Estland oder den Irak setzt. Und der Promifaktor ist dort eher gering. Die 149 Filme, die dort gezeigt werden, kommen aus 45 unterschiedlichen Ländern. Hollywoodfilme sind eher die Ausnahme. Man will sich abgrenzen von den großen Festivals wie Berlin, Cannes oder Venedig, heißt es. In den zwanzig Jahren hat man die Latte deutlich niedriger gelegt. Statt mit Berlin mithalten zu wollen, spielt man in der zweiten Liga mit München oder den Hofer Filmtagen.

Stattdessen hofft man, mit politisch ambitionierten Filmen zu punkten. Doch welches Festival will das nicht? So wurde der deutsche Film „Lore“ bereits in Locarno vermarktet, wo er den Filmpreis gewonnen hat. Die Hamburger sind wieder nur zweiter Sieger. Macht aber nichts, denn „Lore“ ist ein schwerfälliges Seelendrama, in dem eine junge Frau ihre Geschwister kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges quer durch Deutschland zur Oma führt. Allerdings ist vom kriegszerstörten Deutschland rein gar nichts zu sehen, da die australische Regisseurin Cate Shortland geschickt durch unversehrte Wälder und Nordseehalligen ausweicht. Der Film hätte auch zu jeder anderen Zeit spielen können. So ist das auf allen Festivals: Man lobt den politisch korrekten Willen, übersieht aber die künstlerischen Schwächen. tws  


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