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20.10.12 / Trügerischer Frieden / Philippinen weiter von Terror bedroht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-12 vom 20. Oktober 2012

Trügerischer Frieden
Philippinen weiter von Terror bedroht

Zehn Jahre nach den Terroranschlägen auf Bali mit Hunderten Toten haben Hinterbliebene und Überlebende der Opfer gedacht. Die indonesische Regierung hätte allen Grund, sich auf die Schultern zu klopfen, denn die Polizei hat der Terrorgruppe Jemaah Islamyiah in den vergangenen Jahren entscheidende Schläge zugefügt. Das hat sie jedoch nicht getan, sondern sich angesichts des noch immer herrschenden Leids der Betroffenen dezent zurückgehalten. Ganz anders dagegen tritt der philippinische Präsident Benigno Aquino auf. Während es in Indonesien seit 2009 keinen schweren Terroranschlag mehr gegeben hat, herrscht auf den Philippinen allenfalls ein trügerischer Frieden. Dennoch lässt er sich für den Friedensvertrag mit der etwa 12000 Kämpfer umfassenden Moro Islamic Liberation Front (MILF) im Süden seines Inselstaates feiern.

Die Annahme, damit sei der Durchbruch zu einer dauerhaften Befriedung des Landes erreicht, ist allerdings ein Trugschluss. Denn nach wie vor treiben die Terrorbande Abu Sayyaf und die Kämpfer der Moro National Liberation Front (MNLF) auf Minda­nao sowie den Inseln Basilan, Jolo und Tawi Tawi ihr Unwesen, unterstützt von einer Splittergruppe der Jemaah Islamiyah.

Bislang haben die Kämpfe für einen autonomen Muslimstaat und die gewaltsame Vertreibung aller Christen sowie die Ausrottung eines westlichen Lebensstils bei oft spektakulären Attentaten etwa 150000 Todesopfer gefordert. Dabei beträgt der Anteil der Muslime an der mehrheitlich katholischen Bevölkerung der Philippinen von 92 Millionen gerade einmal knapp drei Prozent. Schon früher geschlossene Friedensabkommen wurden immer wieder gebrochen, weil vielen Muslimen die ausgehandelten Freiheiten nicht genügten. Die jüngste Vereinbarung sieht halbautonome muslimische Regionen vor, lediglich Sicherheits-, Außen- und Geldpolitik sollen weiter in der Hand der Zentralregierung in der Hauptstadt Manila bleiben. Die MILF will eine legale Partei gründen und ins Parlament. Japan und die USA begrüßen den Schritt und sehen die Notwendigkeit, den Süden im Kampf gegen die Armut mit entsprechenden Zuwendungen weiter zu fördern  Joachim Feyerabend/J.H.


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