14.04.2024

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03.11.12 / Reicher Sozi

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-12 vom 03. November 2012

Jan Heitmann:
Reicher Sozi

Ein kleiner Vortrag im Rahmen der „Küchen-Kompetenz-Tage“ (Sie haben richtig gelesen!) in Bad Neuenahr, und schon klingeln 15000 Euro in der Kasse von Peer Steinbrück. So wird man schnell zum Millionär. Für seine politischen Gegner ist das eine Steilvorlage, um Zweifel an seiner Integrität zu säen. Diese Zweifel wären berechtigt, sollte Steinbrück sich tatsächlich in irgendeiner Weise von seinen Auftraggebern abhängig gemacht haben. Er wird jetzt viel damit zu tun haben, den Verdacht, er sei der willfährige „Genosse der Bosse“, zu entkräften.

Auch seinen eigenen Parteifreunden gegenüber trägt Steinbrück eine Beweislast. Nämlich die, dass einer, der mit so leichter Hand Geld scheffelt, zum Kanzlerkandidaten der im linksbürgerlichen Spektrum um Wählerstimmen kämpfenden Sozialdemokraten geeignet ist. Immerhin sind Zweifel angebracht, dass ein Nebenerwerbsmillionär sich glaubwürdig für soziale Gerechtigkeit in Deutschland einsetzen kann. Gelingt es ihm nicht, zu beweisen, dass er die Sorgen der kleinen Leute zwar nicht teilt, aber versteht, dürfte mancher Stammwähler seiner Partei der Wahlurne verunsichert fernbleiben oder sein Kreuz bei den Grünen oder der Linkspartei machen. Andererseits könnte ein Kanzlerkandidat Steinbrück der SPD wiederum Stimmen bringen, die sonst wohl an die Union oder die FDP gegangen wären. Zeigt ein reicher Sozi doch, dass die SPD eine Volkspartei ist, die auch Vermögende beruhigt wählen können.

Steinbrück wäre gut beraten, wenn er die Zeit bis zur Bundestagswahl nicht für hochbezahlte Vorträge, sondern für Arbeit an der Basis und die gewissenhafte Ausübung seines Bundestagsmandats nutzen würde.


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