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03.11.12 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-12 vom 03. November 2012

Leserforum

Nicht auf die Bedrohungsmär hereinfallen

Zu: „Gegen Deutsche gehetzt“ (Nr. 43)

Die Briten haben ab Mitte der 1890er Jahre etwa doppelt soviele Kampfschiffe gebaut wie die Deutschen, die ihren Flottenbaus ja bereits wegen der Spannungen mit England vor dem Weltkrieg gedrosselt hatten. Die angebliche Bedrohung durch Deutschland erweist sich bei Betrachtung der vorliegenden Zahlen als propagandistische Schimäre.

Wenn man von den reinen Produktionszahlen noch die veralteten Linienschiffe, die in Übersee stationiert waren, und die zur Überholung in den Werften liegenden abzieht, wie es auch die Briten getan haben, dann kommen wir knapp an die Grenze der Verteidigungsfähigkeit. Die Bedrohungsmär gehört heutzutage zum allgegenwärtigen Schuldkomplex.

Der Historiker Christopher Clark stellt dabei die Frage, wieso die Deutschen noch heute die Darstellung der Sieger verbreiten, anstatt zu fragen, ob und wieso eine britische Flotte aus deutscher Sicht positiver zu bewerten sein sollte als eine deutsche.

Gernot Schmidt, Wilnsdorf

 

 

Alles aufgeben?

Zu: „Aussöhnung als Aufgabe“ (Nr. 42)

Die Aufgabe des Wortes in doppelter Bedeutung ist für Pfarrertochter Angela Merkel, zurzeit Chefin von Kabinettsmitgliedern im Reichstagsgebäude, wahrscheinlich auch wieder alternativlos. Vermögens- beziehungsweise Gebietsfragen „bis zur Nulllösung“ sei die Aufgabe. Damit aber auch die „Aufgabe“ aller berechtigten Interessen von Vertriebenen und/oder Flüchtlingen gegenüber Vertreiberstaaten.

Man muss schon genau hinhören, was Kanzlerin Merkel meint, wenn sie „Aufgabe“ sagt. Erinnert irgendwie an Rubiconande, also an Leute, die über den Rubicon gehen.

Werner Haase, Steingaden

 

 

Bei SPD verlernt

Zu: „Nichts dazugelernt“ (Nr. 42)

Brandenburg erreichte in den letzten Jahren bei den Leistungstests in den Schulen durchweg die schlechtesten Leistungen im Vergleich mit den anderen ostdeutschen Bundesländern. Schlechter als Sachsen und Thüringen, schlechter sogar als in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Über die Ursachen kann man rätseln und spekulieren. Eines ist aber gewiss: Brandenburg ist seit 1990 ein durchweg SPD-regiertes Land und nirgendwo im Osten wurden die Bildungsziele der SPD so konsequent umgesetzt wie in Brandenburg. Die „Erfolge“ beginnt man jetzt zu spüren.

Dr. Jürgen W. Schmidt, Berlin

 

 

Ein stiller Gruß

Zu: „Trauer um R. G. Kerschhofer (Nr. 42)

Lieber Pannonicus,

Ein Mensch, so möcht’ ich frei nach Eugen Roth mal sagen,

der uns erklärt die Fragen, die auf der Seele lagen,

ob Politik oder Weltgeschehen per Radio gehört oder TV gesehen.

In Versen hat er sie gebracht,

trotz ernstem Sinn, oft auch gelacht.

Er war der Meister der gereimten Worte,

gebildet und verschmitzt, also von besonderer Sorte.

So sage ich Dank, lieber Pannonicus,

und sende im Gedenken einen stillen Gruß.

Ingrid Preylowski, Bad Bentheim

 

 

Irrweg aufzeigen

Zu: Planwirtschaft pur“ (Nr. 42)

Damit der einfache Michel eins und eins zusammenzählen kann, braucht es eine objektive Bericht­erstattung. Es ist die Pflicht der Medien, den Irrweg der Energiewende aufzuzeigen, sei es reißerisch in großen Buchstaben oder einfach sachlich. Wenn dann auch nur noch diejenigen wahlberechtigt wären, die zum Steueraufkommen beitragen, hätten wir diese Politiker längst in die Wüste geschickt.

Marco Nennhaus, Wetzlar

 

 

Wegzoll gab es zu allen Zeiten

Zu: „Der lange Marsch zur Größe“ (Nr. 42)

Bei den 80 Schlagbäumen, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts „bei einer Reise von Köln nach Königsberg passiert wurden“, zog man keine Abgaben, keine „Zölle“, für mitgeführte Waren ein, es wurde vielmehr Wegzoll, heute wieder Maut genannt, also die Straßenbenutzungsgebühr, kassiert. Ob die von Ihrem Autor „Despoten“ genannten Landesherren von diesen Wegzöllen profitiert haben, ist angesichts der sehr erheblichen Kosten für den Unterhalt der in aller Regel unbefestigten, ungepflasterten Straßenzüge und ihrer Flussübergänge sehr zweifelhaft.

Abgaben, ebenfalls „Zölle“ genannt, auf eingeführte Waren wurden in aller Regel ver­brauchernah in den sogenannten Pack­­höfen der Städte erhoben. Dieses Verfahren wurde auf Anregung des preußischen Finanzministers Friedrich von Motz ab 1828 zunächst für Preußen und das Großherzogtum Hessen abgeschafft und die Gebühren für eingeführte Waren an der gemeinsamen Außengrenze beider Staaten erhoben; die Einnahmen wurden anteilig nach der Bevölkerungszahl den Staatshaushalten zugeführt. Dieses Verfahren bewährte sich, und weitere Staaten traten dem seit 1834 „Deutscher Zollverein“ genannten Bündnis bei, zuletzt im Jahr 1888 die Freien Städte Bremen und Hamburg. Mit der Verdichtung des Eisenbahnnetzes und der beträchtlichen Verbilligung der Transportkosten seit den 1840er Jahren wurden in allen deutschen Staaten die Straßenbenutzungsgebühren nach und nach aufgehoben, was wiederum zu einer Vernachlässigung der Fernstraßen führte, die erst seit den 1920er Jahren mit dem beginnenden Autoverkehr wieder unterhalten und ausgebaut wurden.

Carz Hummel, Wedemark

 

 

Ein »Seeteufel« mit helfender Engelshand

Zu: „Der Mann, der der Seeteufel war“ (Nr. 40)

Die Aussage, Felix Graf von Luckner zeichnete „eine ungeheure Naivität und fast schmerzhafte Gutgläubigkeit“ aus, ist zu kurz gegriffen.

So traf er keine Vorkehrungen, die 260 Gefangenen auf dem Schiff Seeadler auf der Kaperfahrt während des Ersten Weltkrieges zu überwachen. Es war jedem erlaubt, auf dem Schiff herumzustreifen, wie es ihm beliebte. Dieses Vertrauen, dass Luckner seinen Gefangenen schenkte, wurde nicht missbraucht und die Gefangenen und ihr Fänger schieden außerordentlich freundschaftlich voneinander, als Luckner diese auf den französischen Segler Cambronne übersetzte, den er vorher gekapert hatte.

Gerade diese Haltung, seine Gefangenen gut zu behandeln, die alle gesund in ihr Vaterland zurückkehren konnten, machten es ihm möglich, den amerikanischen General Terry de la Mesa Allen von der schon beschlossenen Bombardierung Halles abzuhalten, die dieser aufgrund der Ermordung eines seiner besten Offiziere durch Zivilisten für den nächsten Tag befehlen wollte.

Luckner rettete mit dieser Tat mindestens 250000 Menschen das Leben. Halle war mit den schmalen Gassen und Straßen äußerst luftempfindlich, es bestand keine Möglichkeit mehr, auftretende Brände zu löschen, da die Wasserversorgung bereits zusammengebrochen war.

Worte, wie „wenn mein Vater meine Mutter nicht geliebt hätte, dann wäre ich nicht da. Wenn dein Vater deine Mutter nicht geliebt hätte ..., Junge, dann wärst du auch nicht da“, lassen diesen Mann vielleicht etwas naiv erscheinen, aber gerade der Appell an die Mütter, „jeder von uns hatte die erste Wiege unter dem Herzen seiner Mutter“, war es, der es ihm auf seinen vielen Vortragreisen nach den beiden Weltkriegen möglich machte, für die Verständigung zwischen den Völkern einzutreten und die Herzen der Menschen zu erobern.

Franz-Josef Kaune, Ennigerloh


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