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03.11.12 / Wagenrennen auf grüner Märchenwiese / Die Autostadt in Wolfsburg bietet eine faszinierende Erlebnisausstellung über des Deutschen liebstes Kind

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-12 vom 03. November 2012

Wagenrennen auf grüner Märchenwiese
Die Autostadt in Wolfsburg bietet eine faszinierende Erlebnisausstellung über des Deutschen liebstes Kind

Ein knallgelber Lamborghini, der sich langsam und eindrucksvoll unter Knarren und Nebelschwaden um die bewegliche Achse einer Wand des schwarzen Blockgebäudes nach außen dreht. Was wie eine Hollywood-Inszenierung klingt, ist nur der Bruchteil einer spektakulären Ausstellung der VW-Autostadt, die geprägt ist von zwei verglasten Autotürmen mit 48 Metern Höhe.

Ob man sein bestelltes Fahrzeug abholt oder einfach so einen unvergesslichen Tag mit den Lieben verbringen möchte, spielt keine Rolle. In der Autostadt in Wolfsburg ist für jeden etwas dabei. Vor wenigen Jahren wurde sie neben dem gigantischen VW-Stammwerk auf einer 25 Hektar großen Fläche erbaut und bietet eine Mischung aus VW-Kundenservice, Museen in traditioneller und moderner Form sowie einem Erlebnispark für die ganze Familie. Hinzu kommt, dass der direkt an der Autostadt gelegene Mittelland­kanal mit seinen vielen Güter­schiffen besonders bei den ganz Kleinen für einen zusätzlichen Hingucker sorgt.

Im Bereich des Automuseums wird man durch faszinierende Ausstellungen geleitet, die schon am Eingang beginnen. Es gibt viele interaktive Schauen, an denen vor allem Kinder wegen ihrer spielerischen Aspekte Spaß haben. So bildet sich natürlich meist schon eine lange Schlange vor Computern, an denen man sein eigenes Auto kreieren und auf Papier drucken kann.

Auch Kenner werden nicht enttäuscht, denn es gibt Ausstellungen zu allen denkbaren Gebieten: zur Geschichte der Automobilität, wunderschön nostalgisch dargestellt im „ZeitHaus“, zu technischen Höhepunkten der Autoproduktion, zu oft diskutierten Themen wie Nachhaltigkeit und vielen anderen Gesichtspunkten. In acht Pavillons werden innen- und außenarchitektonisch verschiedene Automarken in beeindruckender Art und Weise inszeniert. In diese Reihe gehört auch der Lamborghini, den sogar erwachsene Männer wie Kinder strahlend bewundern.

Das Außengelände dient nicht bloß der Verbindung zwischen den Gebäuden, sondern stellt mit moderner Landschaftsarchitektur eine Attraktion an sich dar: perfekt angelegte, künstliche Wiesen wie aus den Teletubbi-Filmen, viele Gewässer und an jeder Ecke ein Kunstwerk. Der dänische Designer Olafur Eliasson baute beispielsweise den „Dufttunnel“, eine begehbare Röhre, die aus Metallvorrichtungen besteht, an denen rundherum und dicht an dicht 2160 Blumentöpfe befestigt sind. Diese Installation dient als Brücke zwischen zwei Pavillons und dreht sich langsam um die Fußgänger herum. Zwischendrin immer wieder freudiges Kindergeschrei, wie etwa beim Mini-Bungeejumping, bei dem die an Seilen gesicherten Jüngsten von einem Trampolin aus ganze Saltos springen.

Trotz des Kinderspektakels wird das eigentliche Thema dieses Erleb­nisparks nicht vergessen: die Autos. Besonders beliebt bei den älteren Semestern sind die Parcours. Man wählt zwischen einigen Automodellen und fährt dann entweder einen Sicherheits- oder einen Geländeparcour, um die Autos in außergewöhnlichen Situationen zu testen. Viele schaffen es gar nicht, sich an einem Tag die gesamte Autostadt anzusehen, und übernachten in dem Hotel direkt auf dem Gelände. Dann bleibt wenigstens noch Zeit für eine Werksbesichtigung, für die allein man schon einen halben Tag einplanen sollte.

Damit ist die Autostadt als bis ins Detail gestaltetes Gesamtkunstwerk ein perfekter Anlaufpunkt für Familien, Autokenner, Interessierte an Kunst und Automobilität sowie einfach Neugierige, um ihnen ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren. Und um das alles zu erleben, muss man nicht einmal ein Auto kaufen, sondern kann auch einfach so nach Wolfsburg fahren und sich verzaubern lassen. Da sage noch einer, die VW-Stadt liege in tiefster niedersächsischer Provinz. Über zwei Millionen Besucher kommen jährlich hierher. In Wolfsburg liegt der Hund begrabe? Von wegen: Hier tobt der Bär. Melinda Heitmann

Eintritt: für Erwachsene 15 Euro; für Kinder 9 Euro. Ermäßigungen betragen 3 Euro. Führungen 5–11 Euro. Die Öffnungszeiten der Autostadt sind täglich außer am 24. und 31. Dezember von 9–18 Uhr. Weitere Informationen unter: www.autostadt.de. Anmeldungen für Werkstouren unter: besucherdienste.wolfsburg@volkswagen.de.


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