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10.11.12 / Schande um Peter Fechter / Berlins Senat lehnt ein Ehrengrab für das erste Maueropfer ab

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 45-12 vom 10. November 2012

Schande um Peter Fechter
Berlins Senat lehnt ein Ehrengrab für das erste Maueropfer ab

Die Berliner Öffentlichkeit reibt sich die Augen angesichts eines peinlichen Gezerres um ein Ehrengrab für Peter Fechter. Nach dem ersten Opfer des mörderischen Mauerregimes wurde bislang nicht einmal eine Straße benannt.

Der Kommentator der „Berliner Morgenpost“ nennt es „eine Schande“: In der Hauptstadt gebe es eine Rosa-Luxemburg-Straße und einen Rosa-Luxemburg-Platz, eine Karl-Liebknecht-Straße und einen Ernst-Thälmann-Park. An den damals 18-Jährigen Maurergesellen, der am 17. August 1962 als erstes Maueropfer im erst vier Tage alten Todesstreifen von DDR-Grenzsoldaten angeschossen wurde und in stundenlangem Todeskampf verblutete, erinnere noch nicht einmal eine Straße.

Auch die Einrichtung eines Ehrengrabes für Peter Fechter hat der rot-schwarze Senat abgelehnt. Einen entsprechenden Antrag hatte die Bezirksversammlung von Pankow eingereicht, wo Fechter begraben liegt. Begründung des Senats: Ehrengräber verdienten nur Persönlichkeiten, „die hervorragende Leistungen mit engem Bezug zu Berlin vollbracht oder die sich durch ihr überragendes Lebenswerk um Berlin verdient gemacht haben“. Beides sei im Falle des ersten Maueropfers nicht der Fall.

Kritiker halten dem entgegen, dass Fechter im Ringen um seine Freiheit gestorben sei. Damit stehe er beispielhaft für Berlins Kampf um seine Freiheit, auf den die Stadt so stolz sei, wie auch der „Morgenpost“-Kommentator hervorhebt. Der Senat unterstützt indes die Umbenennung der Zimmerstraße in Peter-Fechter-Straße. Hier war Fechter getötet worden. Darüber indes müssten die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Berlin-Mitte entscheiden. In Friedrichshain-Kreuzberg existiert hierzu bislang nur eine Resolution, in Mitte wurde noch nicht einmal ein entsprechender Antrag eingereicht.

Derzeit erinnert nur eine Stele an Peter Fechter. Sie steht an der Stelle, wo er verblutete. Indes: Die Stele haben weder Senat noch Bezirk in der Zimmerstraße aufstellen lassen, sie geht auf eine private Initiative zurück. H.H.


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