18.06.2024

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08.12.12 / Alles nur Wahn?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-12 vom 08. Dezember 2012

Jan Heitmann:
Alles nur Wahn?

Wenn jemand unter Wahnvorstellungen leidet, kann er für sich und andere zur Gefahr werden. Dann ist es richtig, ihn in einer entsprechenden Einrichtung betreuen zu lassen. Die Gerichte, die darüber entscheiden müssen, haben keine leichte Aufgabe. Richter verfügen über keine medizinische Expertise und sind daher auf Fachgutachten angewiesen. Empfiehlt ein Gutachter die Einweisung, bleibt den Gerichten kaum etwas anderes übrig, als dieser Empfehlung zu folgen.

In Bayern sitzt seit Jahren ein Mann in einer Heilanstalt, weil er angeblich unter Wahnvorstellungen leidet. Er hatte nämlich einer Bank illegale Geldgeschäfte vorgeworfen. Dafür landete er in der Gummizelle. Dass sich seine Angaben überwiegend als richtig herausgestellt haben, ist für Gutachter und Gericht „unbeachtlich“. So kann es einem also ergehen, wenn man den Falschen in die Quere kommt. Langsam kommt ans Licht, dass in diesem Fall der Proband offensichtlich an einen befangenen Richter, einen willfährigen Gutachter und eine desinteressierte Justiz geraten ist. Nicht weniger kritikwürdig ist das Verhalten der Politik, die die Beschäftigung mit der Angelegenheit lange verweigert hat. Doch jetzt kann der wohl zu Unrecht Weggesperrte auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens hoffen. Nicht durch Einsicht der Verantwortlichen, sondern erst auf öffentlichen Druck. Seehofer sollte seine ignorante Justizministerin entlassen und ihr eine neue Aufgabe geben: den Umbau leer stehender Kasernen zu Irrenanstalten. Dahinein könnte der Staat die Millionen sperren, die unter der Wahnvorstellung leiden, dass der Rechtsstaat erodiert, der Euro uns ruiniert und im Winter der Strom ausfallen könnte.


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