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08.12.12 / Was die Mondflüge brachten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-12 vom 08. Dezember 2012

Was die Mondflüge brachten

Apollo 17 war, von kleinen Malheurs abgesehen, ein voller Erfolg. Alle Missionsziele wurden erreicht. Zu den Funden, die nur ein Mensch an Ort und Stelle machen kann, gehörte der „orange soil“. Das sind kleine orangefarbene Kugeln, die überwiegend aus Glasfragmenten bestehen und etwa drei Milliarden Jahre alt sind. Forscher sehen in diesen Kügelchen ein Indiz für starke vulkanische Aktivitäten in der Vergangenheit des Mondes. Die Kameras im Apollo-Raumschiff lieferten tausende von hochauflösenden Fotos der Mondoberfläche. Außerdem brachten die Astronauten genug Bodenproben zurück, um Wissenschaftler auf Jahre mit der Analyse zu beschäftigen.

Der wissenschaftliche Ertrag der Apollo-Flüge beendete Spekulationen und Diskussionen über die Zusammensetzung und Geschichte des Mondes. Er ist ein, wenn auch kleiner, terrestrischer Himmelskörper mit einem Schichtenaufbau ähnlich dem der Erde. Er besteht aus drei Gesteinsschichten und – wahrscheinlich – einem kleinen Eisenkern. Dort oben findet man geologische Hinweise auf die Frühzeit des Sonnensystems in der ersten Jahrmilliarde seiner Existenz. Die Geschichte seiner Oberfläche, etwa der Kraterbildung, aber auch der Vulkanismus in der Frühzeit, erlaubt Rückschlüsse auf die planetologische Entwicklung unserer Nachbarn – besonders Mars, Venus und Merkur.

Mond und Erde haben sich aus derselben Staub- und Gesteinswolke gebildet; der Mond ist also kein Zugereister. Aus dem Oberflächenmaterial, dem Regolith, lassen sich die zyklischen Veränderungen in der Strahlungsintensität der Sonne ableiten, was wichtig für die Erforschung des Erdklimas ist. F.L.

 

Zeitzeugen

Sergej Koroljow – Korolew gilt als der Gründer der sowjetischen Raumfahrt. Er kam 1907 in Schitomir in der Ukraine zur Welt und studierte in der jungen Sowjet­union Flugzeugbau. Er war die Schlüsselfigur bei der Entwick­lung von Interkontinentalraketen, später der bemannten Raumfahrt. Er starb 1966 an Krebs.

Harrison Schmitt – Schmitt ist der bisher einzige Wissenschaftler, der den Mond betreten hat. Geboren 1935 in New Mexico, studierte er Geologie am California Institute of Technology. Er entwickelte geologische Arbeitsmethoden für das Mondprogramm, bevor er 1965 selbst Astronaut wurde. Schmitt war zwischen 1975 und 1982 Senator, lehrte Ingenieurswissenschaften und setzt sich bis heute für die Erschließung des Mondes ein.

Qian Xuesen – Der Vater des chinesischen Raumfahrtprogramms wurde 1911 in Hangzhou geboren. Er studierte in Shanghai und Kalifornien. Ab 1939 arbeite er für die US-Armee und war 1945 in Deutschland, um die Raketenforscher um Wernher von Braun zu befragen und ihre Arbeit zu bewerten. 1955 kehrte er nach China zurück. Er baute die ersten chinesischen Langstreckenraketen. Seine Vorarbeiten führten zu den erfolgreichen chinesischen Missionen der Gegenwart. Er starb 2009.

Sigmund Jähn – Der 1937 in Sachsen geborene Kosmonaut flog im August 1978 an Bord von Sojus 31 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Er war der erste Deutsche im All und blieb sieben Tage auf der Station. Jähn war stellvertretender Leiter der DDR-Kosmonautenausbildung. Seit 1990 berät er deutsche und europäische Astronauten, welche die russische Ausbildung durchlaufen.

Eugen Sänger – Der 1895 im böhmischen Preßnitz geborene Ingenieur und Raumfahrtpionier entwickelte die Technik zur Kühlung der Raketendüse mit dem eigenen Treibstoff, die bis heute weltweit genutzt wird. Sänger konzipierte den Antipodenbomber, ein Raumflugzeug, das Amerika angreifen sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete der Deutsche an den Raumtransporter-Projekten von Junkers mit. Er starb 1964 in Berlin.


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