13.08.2022

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09.02.13 / Der unendliche Ströbele

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-13 vom 09. Februar 2013

Der unendliche Ströbele
von Theo Maass

Am 2. Februar hat eine Versammlung der Grünen-Parteimitglieder in Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen, Hans-Christian Ströbele wieder als Kandidaten zur kommenden Bundestagswahl für den Berliner Wahlkreis 84 aufzustellen. Damit zerschlugen sich alle Hoffnungen anderer grüner Nachwuchspolitiker, den „Alten“ zu beerben.

Der 73-jährige Ströbele ist der erste und bislang auch der einzige Bundestagskandidat, der für die Grünen ein Direktmandat erringen konnte. 2002 wollte das Partei- Establishment die „Fundi-Ikone“ entsorgen und verweigerte ihm einen Platz auf der Landesliste. Aber es kam anders: Als Wahlkreiskandidat in Kreuzberg-Friedrichhain gewann er – damals überraschend – die  meisten Erstimmen.

Zu seinen innerparteilichen Feinden gehören wohl neben Ex-Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer auch Claudia Roth. Zu Fischer geriet er vor allem in Gegensatz wegen dessen Kriegspolitik. Folgerichtig lautete einer von Ströbeles damaligen Slogans: „Ströbele wählen heißt Fischer quälen.“ Sein Abstimmungsverhalten in Sachen Euro-Rettung bereitet auch heute noch der Parteiführung Magengrimmen, denn der ehemalige RAF-Anwalt stimmt mit schöner Regelmäßigkeit gegen alle „Rettungsschirme“. 2002 setzte er den Rücktritt Claudia Roths als Parteivorsitzende durch.

Ab Ende der 60er Jahre betätigte sich Ströbele im linksextremen und linksradikalen Milieu (RAF-Anwalt, Gründungsmitglied der Tageszeitung „taz“, Gründung der „Alternativen Liste“ Berlin, Kampf für die Legalisierung von Cannabis, Verurteilung wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung u.v.a.m.). Seine Überzeugungen machten ihn gelegentlich auch in Kreisen seiner eigenen Partei lächerlich, wenn es um die Forderung eines muslimischen Pendants zum „Wort zum Sonntag“, seinen „Widerstandskampf“ 2007 gegen die Errichtung einer McDonald’s- Filiale in Kreuzberg oder sein „Unwohlsein“ angesichts von Deutschlandfahnen anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland ging.

Ströbeles Verhältnis zum eigenen Land wird vielleicht am besten bei seiner Haltung zur deutschen Vereinigung und zum entsprechenden Staatsvertrag deutlich, die er als „größte Landnahme der deutschen Industrie seit den Kolonialkriegen, sieht man mal von der Nazi-Zeit ab“ bezeichnete. Bei der Bildung einer „rot-grünen“ Koalition auf Bundesebene im Herbst 2013 – wenn die Mehrheiten das hergeben – werden Trittin, Roth, Steinbrück, Steinmeier und Gabriel sich auf die politischen Störfeuer des „Alten“ einrichten müssen.


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