19.01.2022

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09.02.13 / Lexikon schließt Lücke / Königsberger veröffentlicht umfangreiche Dokumentation

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-13 vom 09. Februar 2013

Lexikon schließt Lücke
Königsberger veröffentlicht umfangreiche Dokumentation

Die allgemein bekannte „Altpreußische Biographie“ ist eine alphabetisch geordnete Sammlung von Kurzbiographien verstorbener Frauen und Männer, die in Ost- und Westpreußen geboren oder dort lange tätig gewesen sind und Herausragendes geleistet haben. Die jeweiligen Lebensläufe umfassen in gebotener Kürze, aber mit größter Genauigkeit, alle relevanten Angaben und Hinweise, die nicht nur für die Forschung notwendig sind.

In Analogie hierzu hat der 1934 in Königsberg geborene Architekt und Denkmalpfleger Rudolf Meyer-Bremen ein „Künstlerlexikon Ost- und Westpreußen“ vorgelegt, das seinesgleichen sucht. Erfasst sind rund 2500 Künstler für den Zeitraum von 1800 bis 1945. Sie sind alphabetisch aufgeführt und in ihrer Arbeit beschrieben. Das Lexikon beginnt mit „Abel-Waldheuer, Edeltraut“ und endet mit „Zuse, Konrad“.

Ein farbiger Bildteil führt anschließend in einer Auswahl von 40 Werken über die Kunstepoche der Romantik, des Impressionismus und Expressionismus zur modernen und abstrakten Kunst.

Der zweite Teil „Die Landschaften, ihre Geschichte und ihre Künstler“ widmet sich der kulturgeschichtlichen Entwicklung einzelner Landesteile. Hier sind neben Danzig und Königsberg zunächst die Weichsel mit Thorn, Graudenz und Kulmerland sowie die Tucheler Heide, Bromberg und Pommerellen zu nennen. Es folgen Elbing und das Oberland, Ermland und Masuren, die Samlandküste sowie Unterlauf und Quellgebiet des Pregels und schließlich Tilsit, Memel und die Kurische Nehrung mit Nidden. Am Ende dieses zweiten Teils stehen das Frische Haff, die Nehrung mit Seebad Kahlberg und die Fischerdörfer Patersort und Narmeln. Das Werk ist gleichsam ein Handbuch der Kulturgeschichte dieses Landes mit weiteren Kapiteln, wie „Frühe Künstlerinnen“, „Baumeister, Architekten, Ingenieure“, „Künstlervereinigungen“ oder „Bildwerke in Bernstein, Ton und Erz“.

Als letzten Teil bringt der Verfasser Tabellen unter anderem über die Kunstschulen, die Kunstakademie Königsberg, die Technische Hochschule Danzig, die Künstlervereinigungen und die Cadiner Majolika-Werkstätten. Der Nachweis der deutschen Bestände im Staatsarchiv Allenstein [Olsztyn] soll dem Auffinden von geschichtlichen Quellen dienen.

Die Angabe von Patenschaften und Partnerschaften kommunaler Körperschaften erleichtert die Förderung und Sicherung räumlich geordneter kulturgeschichtlicher Sammlungen, auch aus privatem Besitz.

Mit dem Erscheinen seines „Künstlerlexikons“ schließt Rudolf Meyer-Bremen eine empfindliche Lücke. Das Werk findet nicht nur in wissenschaftlichen Bibliotheken den ihm gebührenden Platz. Prussia

Rudolf Meyer-Bremen: „Künstlerlexikon Ostpreußen und Westpreußen. Maler – Bildhauer – Baumeister 1800 – 1945“, Verlag der Kunst Dresden, Ingwert Paulsen jr., Husum, gebunden, 318 Seiten, 24,95 Euro


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