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16.02.13 / Es traf vor allem die Armen / Maos »Langen Marsch« bezahlten Millionen Chinesen mit ihrem Leben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-13 vom 16. Februar 2013

Es traf vor allem die Armen
Maos »Langen Marsch« bezahlten Millionen Chinesen mit ihrem Leben

Maos sogenannter „Langer Marsch“ an die Macht war für die Chinesen ein wirklich schwerer Marathon von den 1930er Jahren bis in den Beginn des dritten Jahrtausends. Offiziell sollte er eine Revolution für die Armen und gegen die Ausbeutung der Imperialisten werden. Weit gefehlt, das Reich der Mitte blieb ein Reich der Armut. Erst die ökonomische Öffnung der kommunistischen Volksrepublik für kapitalistische Grundgesetze brachte dem Milliardenvolk wirtschaftliche Verbesserungen, vergrößerte aber auch dramatisch die Kluft zwischen Arm und Reich.

Die neue Regierung plant deshalb, innerhalb von zehn Jahren die Einkommen zu verdoppeln. Sie fürchtet den sozialen Sprengstoff und ist durch die Geschehnisse in Nordafrika gewarnt. Ungeachtet dessen ist das einstige Schwellenland dabei, ökonomisch die Weltspitze zu übernehmen und trotz Diktatur der Partei und Beschneidung von Menschenrechten für die Dritte Welt zum Vorzeigestaat zu avancieren.

Die Politik des „Großen Vorsitzenden“ hat zwischen 44 und 72 Millionen Menschen das Leben gekostet. Maos sogenannter „Große Sprung nach vorne“ (1957–1958) forderte Millionen Todesopfer und war der Versuch, China auf schnellstem Weg zu einer industriellen Großmacht umzuschmieden, löste indes nichts anderes als die größte Hungersnot in der Geschichte der Menschheit aus. Da zu diesem Zeitpunkt rund 80 Prozent der Bevölkerung auf dem Land lebten, machte sich die verordnete Bildung von Volkskommunen und die Enteignung privaten Landes zu deren Gunsten besonders drastisch bemerkbar. Der Viehbestand sank um die Hälfte, da die Bauern alle noch schnell schlachteten. Auch die von der Partei erwarteten Erntemengen blieben aus.

Ministahlöfen sollten wettmachen, dass für den Bau großer Werke die Devisen fehlten. Doch der meiste auf diesem mittelalterlichen Weg produzierte Stahl erwies sich für die Weiterverarbeitung als unbrauchbar. Zudem raubte Maos Kulturrevolution dem Land den akademischen Nachwuchs.

Auf verschiedenen Konferenzen wurde um einen Weg aus der ökonomischen Misere gerungen und Mao wurde dabei deutlich geschwächt. Doch erst 1978 begann die Befreiung von den Altlasten des markigen Kommunisten. Marktwirtschaftliche Reformen – zunächst in der Landwirtschaft, dann in der Industrie – setzten ein und beeindruckten den We-sten durch laufend erhöhte Exportüberschüsse und einer gewaltigen Anhäufung von Devisen. China war auf dem Weg zu einer militärischen und ökonomischen Weltmacht und schwang sich in der Raumfahrt mit an die Spitze der Welt. Eine engere Verflechtung mit dem Rest Ostasiens durch Handelsabkommen festigte die Stellung der Volksrepublik. Australien entwickelte sich zum bedeutenden Handelspartner und auch die deutsche Volkswirtschaft überstand nur dank des wachsenden Chinageschäfts internationale Krisen. J.F.


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