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16.02.13 / »Wir sind das Volk«

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-13 vom 16. Februar 2013

»Wir sind das Volk«

Ein Blick in die Geschichte zeigt aber auch, dass Revolutionen, so sie denn wirklich von der Masse der Bürger mitgetragen werden, Erfolg haben können. Denn wie soll man die Rufe „Wir sind das Volk“ der Bewohner der DDR anders deuten, wenn nicht als Revolution, deren Ziel es war, die Macht der herrschenden Kommunisten zu beenden. Zugegeben, nicht jeder, der 1989 auf die Straße ging, wollte eine Wiedervereinigung mit dem Westen Deutschlands, viele hadern noch heute mit diesem Ausgang, wollten sie doch nur den in der DDR erlebten Sozialismus reformieren, doch die Masse der Menschen in der DDR begrüßte die selbst erzwungenen Veränderungen.

Natürlich ist alles relativ. So mancher beklagt, dass er sich heute zwar trotz Verlust des Arbeitsplatzes mehr leisten könne als früher, er sich aber dafür in der DDR gebraucht gefühlt habe, da alle Arbeit hatten. Auch wird beklagt, dass die Meinungsfreiheit heutzutage sich schon wieder Richtung DDR bewege, da Politische Korrektheit diese immer mehr einschränke. Doch in der Bilanz sind Wohlstand und Freiheit auf einem weitaus höheren Niveau angesiedelt als zu DDR-Zeiten.

Auch sehnen sich in Osteuropa immer weniger Menschen nach den alten Sowjetzeiten. Die meisten Menschen erfreuen sich relativ gesehen größerer Freiheiten und eines größeren Wohlstandes als zu Zeiten, da ihr Land noch ein Teil der UdSSR war. Auch wenn man nicht übersehen sollte, dass in vielen Ländern Osteuropas Freiheit und Wohlstand noch weiter ausbaufähig sind. Und auch sonst bietet die Geschichte genügend Beispiele dafür, dass Widerstand gegen Unrechtsregime nicht immer im Gefängnis oder Chaos münden muss. Bel

 

Zeitzeugen

Chokri Belaid – Der 48-jährige tunesische Oppositionspolitiker wurde Anfang Februar erschossen. Sein Tod gilt seither als Mord an der tunesischen Revolution. Von dem nordafrikanischen Land war der Arabische Frühling ausgegangen, mündete aber bald in den meisten Staaten in einem „Winter“ unter der Herrschaft der Islamisten und einem Rückschritt in Richtung Scharia.

Abu Hamza al-Masri – Der einäu-gige und einarmige Sohn eines ägyptischen Offiziers ist einer jener islamistischen Hassprediger, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Der überwiegend von Großbritannien aus agierende 55-Jährige wurde wegen Unterstützung terroristischer Anschläge in London verhaftet und 2012 an die USA ausgeliefert.

Maximilien de Robespierre – Der 1758 in Arras geborene Anwalt war ein führender Kopf der Französischen Revolution, versuchte mit der Guillotine das Ideal der „Gleichheit“ des Philosophen Jean-Jacques Rousseau durchzusetzen. Dabei war nach seiner Interpretation von „Gleichheit“ vor allem der Adel zu vernichten, jedoch nicht die Vermögenden an sich. Auch schloss seine Vorstellung von „Gleichheit“ nicht die der Frauen mit ein. 1794 musste er, nachdem er eine „Säuberungswelle“ angekündigt hatte, die alle treffen sollte, die nicht seine Positionen vertraten, selbst den Weg zur neu erfundenen Tötungsmaschine antreten.

Deng Xiaoping – Von 1979 bis 1997 führte er die Volksrepublik China. Der Pragmatiker (1904–1979) öffnete nach der zerstöreri-schen Kulturrevolution des gro-ßen Führers Mao Zedong China für Wirtschaftsreformen und legte so den Grundstein für die heutige ökonomische Blüte. Er verbesser-te die Lebenssituation vieler Bür-ger und war ein Befürworter der Zweiwege-Theorie für Hongkong. Auch nach seinem Tod wurde der fortschrittliche Kurs nicht revi-diert, wie das zuvor fast regelmä-ßig der Fall war.


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