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16.02.13 / Schlauer als Papa / Deutschland, Land der Bildungsaufsteiger

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-13 vom 16. Februar 2013

Schlauer als Papa
Deutschland, Land der Bildungsaufsteiger

Deutschland, das Land der Bildungsabsteiger. Dieses Bild malte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen Jahr von Deutschland. Doch laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) habe dieses Bild mit der Realität wenig zu tun. Die OECD habe bei ihrer Untersuchung nicht berücksichtigt, dass die Bildungswege in Deutschland später enden als in anderen Ländern. Während die OECD die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen bezüglich ihres höchsten Bildungsabschlusses betrachtet hatte, nahm sich das IW die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen vor und kam auch gleich zu einem besseren Ergebnis. Laut IW-Studie hat jeder Dritte aus der untersuchten Altersgruppe einen höheren Abschluss als der Vater. Berücksichtigt man auch den Bildungsabschluss der Mutter, so haben sogar 40 Prozent des Nachwuchses eine höhere Bildung erlangt. Nur jeder Elfte ist hingegen Bildungsabsteiger.

Interessant ist der Umstand, dass diese Werte für Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen gelten. Natürlich ist hier relativierend anzumerken, dass der Anteil der Eltern mit höherer Bildung bei Deutschen höher ist als bei denen der Zuwanderer, schließlich hat Deutschland in den letzten Jahrzehnten vor allem jene Ausländer angelockt, die in ihrer Heimat nicht gerade zur Bildungselite gehörten. Der Bauer aus Anatolien und der Fischer aus Portugal, die in Deutschland ihr Glück suchten, entsprechen nicht nur dem Klischee, sondern sind statistisch nachweisbar. Aber ein Blick auf die

17-jährigen Schüler zeige laut IW Köln, dass die Kinder aus Zuwandererfamilien aufholten. 2009 strebten 22 Prozent aller 17-Jährigen (17 Prozent im Jahr 2000), deren Vater keinen Beruf erlernt hat, das Abitur an. Beim Nachwuchs von Immigranten lag der Wert noch etwas höher.

Während das IW Köln also bei Zuwandererkindern grundsätzlich eine Bildungsaufholjagd ausmachen konnte, Ausnahmen bestätigen die Regel, fiel auf, dass Kinder von Alleinerziehenden bezüglich ihres Bildungsabschlusses genauso schlecht oder sogar schlechter als die Eltern abschneiden. Auch Kinder aus Großfamilien würden eine geringere Bildungsmobilität aufweisen. Bel


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