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16.02.13 / Wohnen wie die Pop-Götter / Im sanierten Schloss-Hotel Tremsbüttel logierten einst die Beatles

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-13 vom 16. Februar 2013

Wohnen wie die Pop-Götter
Im sanierten Schloss-Hotel Tremsbüttel logierten einst die Beatles

Schloss Tremsbüttel im Landkreis Stormarn zählt zu den schönsten bürgerlichen Häusern Schleswig-Holsteins und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im Auftrag des Unternehmers Fritz Hasenclever 1894/95 von dem Architekten Hans Grisebach errichtet, gilt der zwischen Hamburg und Lübeck gelegene Bau als ein Paradebeispiel für den Historismusstil. Hierin vereinen sich die Elemente von Mittelalter, Neo-Renaissance und Jugendstil zum neuen Ganzen.

Blickfang ist der Turm mit seinem hohen Dachaufbau und dem repräsentativen Eingangsportal. Daher die irrtümliche Bezeichnung „Schloss“, obwohl nie eine adelige Familie darin wohnte. Deckenmalereien und Holzvertäfelungen verleihen dem Inneren eine mittelalterliche Aura. Ein hölzerner Hase als Symbol der Familie Hasenclever und eine Ritterrüstung durften nicht fehlen.

Die aus dem Großbürgertum stammende Familie Hasenclever residierte bis 1939 auf Tremsbüttel, dann musste sie das Anwesen aus wirtschaftlichen Gründen veräußern. Das Herrenhaus wur­de zu einem Hotel umgestaltet, welches während des Krieges als Flüchtlingsunterkunft diente. Ein Hotel ist das Schloss bis heute, wenn auch mit Höhen und Tiefen unter wechselnden Betreibern.

Die wohl berühmtesten Gäste, die Schloss Tremsbüttel auf einen Schlag bekannt machten, waren die Beatles, die 1966 ihre einzige Deutschlandtournee absolvierten und anlässlich ihres Auftritts in Hamburg hier übernachteten. „Schloss Tremsbeatle“ taufte es damals die Presse. Aber auch andere Prominente wie Dirigent Leonard Bernstein oder der Schauspieler Klaus Kinski wählten das Schloss als Domizil auf Zeit. Letzterer verewigte sich im Gästebuch mit dem Satz, dies sei „das einzige Hotel, in dem man in Deutschland wohnen kann“. Und das „Sophia-Zimmer“ mit dem riesigen Himmelbett verdankt seinen Namen der Schauspielerin Sophia Loren, die hier einst schlief. All das war in den „goldenen Jahren“ ab 1959, als sich das Schloss im Besitz von Konsul Siegfried Zimmermann befand, der es zu einer ersten Adresse für den damaligen Jet-Set machte.

Dieser Glanz bewahrte das Haus nicht vor dem Leerstand, als Zimmermann 1986 verstarb. Ein kurzes Intermezzo gab der Bauspekulant Walter Schleicher, der quasi aus dem Schloss heraus verhaftet und wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, was für entsprechende Schlagzeilen sorgte. Ab 1997 ging es dann wieder bergauf, als das Hamburger Pharmaunternehmen Strathmann Schloss Tremsbüttel erwarb.

Die stilvollen Räumlichkeiten, die soweit als möglich wieder in ihren früheren Zustand versetzt wurden, werden heute vor allem für Tagungen und Feiern gebucht.

Denn wer, wie es im Hotelprospekt heißt, „für einen Tag Schlossherr sein“ möchte, wird diesen Genuss mit anderen teilen wollen. Für Hochzeiten steht ein offizielles Trauungszimmer zur Verfügung, so dass Zeremonie und Feier unter einem Dach stattfinden können. Im Schlossgebäude wurden die 14 Suiten aus „Beatles-Zeiten“ auf 26 Zimmer erweitert. Unter Einbeziehung des Neubautraktes verfügt das Hotel jetzt über insgesamt 50 Zimmer sowie ein Café und ein Restaurant, die mittwochs bis sonntags für jedermann geöffnet sind. Angelika Fischer


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