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23.03.13 / Schläger geehrt / »Silvio-Meier-Straße« wird kommen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-13 vom 23. März 2013

Schläger geehrt
»Silvio-Meier-Straße« wird kommen

Erstmals seit 1945 wird in Berlin eine Straße nach einem politisch motivierten Gewalttäter benannt. Die Bewohner der Gabelsberger Straße in Friedrichshain-Kreuzberg wurden nicht dazu befragt, ob sie künftig den Namen des linksextremen Schlägers und militanten Hausbesetzers Silvio Meier auf ihrer Visitenkarte stehen haben wollen.

Indes: Allein der Umstand, dass Meier von mutmaßlich rechtsradikalen Jugendlichen erstochen wurde, macht ihn in den Augen der Gegner der Umbenennung noch nicht zum gesellschaftlichen Vorbild. Meier war 1990 an den bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen in der Mainzer Straße beteiligt und überfiel am 24. November 1992 mit Gesinnungsgenossen andersdenkende Jugendliche am

U-Bahnhof Samariterstraße. dabei versuchten sie, den Jugendlichen Aufnäher von der Kleidung zu reißen. Für Meier endete die Prügelei, die er gesucht und angefangen hatte, tödlich. Die Jugendstrafkammer des Kriminalgerichtes Berlin-Moabit verurteilte drei der Messerstecher wegen Totschlags zu mehrjährigen Jugendstrafen. Von Mord – erkennbar keine Rede. Ganz in der Tradition Meiers endeten die meisten jährlichen „Gedenkdemos“ für Meier in Gewaltorgien.

Einzig ein Ladenbesitzer hatte vor den Verwaltungsgericht gegen die Umbenennung geklagt und nunmehr die Klage zurückgezogen. Seltsamerweise war von denjenigen, die sonst politisch motivierte Gewalt öffentlich beklagen, in der Debatte nichts zu hören. Insbesondere das Schweigen von CDU-Innensenator Frank Henkel erscheint befremdlich. H.L.


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