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23.03.13 / Das Vermächtnis des Axel Cäsar Springer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-13 vom 23. März 2013

Das Vermächtnis des Axel Cäsar Springer

Relativ einmalig in der deutschen Medienlandschaft dürften die Vorgaben sein, die der 1985 verstorbene Verleger Axel Springer mit seinen Unternehmensgrundsätzen seinen Mitarbeitern hinterlassen hat. In den Unternehmensgrundsätzen, die Teil der Arbeitsverträge sind, werden die Redakteure des Verlags nicht nur auf die „Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft“ und die „Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus“ verpflichtet, sie erhalten auch konkrete Vorgaben, wo es beim Springer-Verlag außenpolitisch langgeht: Die Redakteure sollen sich unter anderem für die „Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes“ einsetzen. Seit den Anschlägen des 11. September 2001 ist ein weiterer Unternehmensgrundsatz dazugekommen: „Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.“

Die Vorgaben im Konzern haben auf dem deutschen Medienmarkt erhebliche Wirkung. Axel Springer ist zwar hinter Bertelsmann nur der zweitgrößte Medienkonzern Deutschlands, aber mit großem Abstand der Spitzenreiter auf dem deutschen Zeitungsmarkt. Mit erheblichem Vorsprung ist der Springer-Verlag etwa Marktführer bei den Tages- und Sonntagszeitungen – nicht zuletzt dank des Flaggschiffs „Bild“-Zeitung mit einer Auflage von immer noch rund 2,7 Millionen Exemplaren. Für die politische Meinungsmacht besonders wichtig sind Boulevardblätter wie „Bild“ oder „BZ“. Wegen ihrer Massenwirkung sind sie besonders geeignet, um politische Kampagnen zu führen – bei Bedarf aber auch, um über bestimmte Politiker den Daumen zu heben oder zu senken. N.H.

 

Zeitzeugen

Theo Sommer – Der 1930 gebo-rene Sommer war nicht nur über Jahre Chefredakteur und, neben Marion Gräfin Dönhoff und Hel-mut Schmidt, Herausgeber der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“, sondern er hatte auch mehrmals Funktionen im vertei-digungspolitischen Bereich inne. Von 1999 und 2000 war Sommer stellvertretender Vorsitzender der sogenannten „Weizsäcker-Kommission“ zur Zukunft der Bundeswehr. Von 1999 bis 2001 war er ebenfalls Mitglied in den Wehrstrukturkommissionen der Bundesregierung. Bereits in den Jahren 1969 bis 1970 war der promovierte Historiker unter dem damaligen Verteidigungsminister Helmut Schmidt Leiter des Pla-nungsstabes im Bonner Verteidi-gungsministerium.

John Kornblum – Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland (1997–2001) sagte im Interview des Jahresberichts 2010/2011 der „Atlantik-Brücke“: „Im 20. Jahrhundert war Europa für die USA ein Dilemma. Der Kernpunkt unserer Europapolitik seit 1910 war, Deutschland in seine europäische Umgebung einzubetten. Dieses Problem war für die Vereinigten Staaten 1990 erledigt. Und da wir nun keine Angst mehr haben, was Deutschland macht, haben wir auch keine Angst, was in Europa passiert.“

Arend Oetker – Der Chef des gleichnamigen Lebensmittelkonzerns und damalige Vorstandsvorsitzende der „Atlantik-Brücke“ (*1939) äußerte sich gegenüber der „Berliner Zeitung“ vom 17. April 2002 wie folgt: „Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“

Josef Joffe – Der heutige Mithe-r-ausgeber der „Zeit“, Josef Joffe, war von 1985 bis zum Jahr 2000 Leiter des Ressorts Außenpolitik und Leitartikler bei der „Süddeut-schen Zeitung“ und schreibt re-gelmäßig für das „Handelsblatt“. Joffe ist nicht nur in zahlreichen Kuratorien und Gremien wie dem „Aspen Institut“, der „American Academy“ oder der „Atlantik-Brücke“ engagiert, sondern er war auch mehrmals Teilnehmer von Treffen der „Bilderberger“ und ist regelmäßiger Gast der „Münchner Sicherheitskonferenz“.


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