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23.03.13 / Kunstvoll ausgesorgt / Moderne Kunst, die Millionen von Euro schwer ist: Die Werke von Gerhard Richter im Kölner Museum Ludwig

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-13 vom 23. März 2013

Kunstvoll ausgesorgt
Moderne Kunst, die Millionen von Euro schwer ist: Die Werke von Gerhard Richter im Kölner Museum Ludwig

Wäre der Erfolg eines Künstlers allein an Auktionserlösen festzumachen, dann wäre Gerhard Richter einsame Spitze: Seine Werke erzielten 2012 weltweit auf Auktionen mehr als 200 Millionen Euro. Sind sie es wert? Die Frage kann sich jetzt im Museum Ludwig jeder selbst beantworten.

Für unglaubliche 23 Millionen Euro wurde Gerhard Richters Gemälde „Abstraktes Bild“ versteigert. Dagegen setzte der gesamte Kunstmarkt in Deutschland in 2012 „nur“ rund 144 Millionen Euro um. Der Erfolg des 81-Jährigen ist aber vor allem durch seinen Einfallsreichtum und sein grandioses Schaffen, durch seinen Mut zu Neuem und seine Beharrlichkeit und wohl auch durch das berühmte „Quäntchen Glück“ begründet.

Anders als manche Kollegen aus der Kunstszene legt Richter keinen großen Wert auf Medienpräsenz und Spektakel. Der aus der Oberlausitz stammende Künstler, der 1961 in den Westen floh, gilt als publikumsscheu und bescheiden. Einem breiten Publikum bekannt wurde er durch das sogenannte „Richter-Fenster“ im Kölner Dom, das er 2006/07 entwarf: Über 11000 bunte Glasstücke sind nach dem Zufallsprinzip in einem rund 110 Quadratmeter großen Fenster zusammengefügt.

Der Kölner Erzbischof Meisner mokierte sich bei der Einweihung über das farbenfrohe Mosaik. Das abstrakte Farbfenster passe „eher in eine Moschee oder ein Gebetshaus“ als in den Dom. Dagegen fand die damalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner nur lobende Worte: „Das Fenster leuchtet auch an trüben Tagen ganz phantastisch. 80 Prozent der Besucher finden es ganz toll.“

Toll fanden auch Museen in Paris, London und Berlin die Werke Richters und entliehen sie im vergangenen Jahr für ihre große Ausstellung „Panorama“. Nun sind die Leihgaben ins Museum Ludwig zurückgekehrt. Grund genug für Philipp Kaiser, den neuen Leiter des Museums, den Wahl-Kölner Richter mal wieder zu präsentieren. „Gerhard Richter. Elbe, November u. a.“ heißt die Ausstellung, die bis zum 8. September zu sehen ist.

Die Schau hat den charmanten Charakter einer Improvisation. Kein Katalog, kein Begleitheft. Dafür viel Altbekanntes, das nun endlich wieder in Köln bestaunt werden kann: Da sind Richters „48 Porträts“ zu sehen, die der Künstler 1971/72 für den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig schuf. Gemälde, die wie Fotos aussehen. Von Max Planck und Albert Einstein. Von Graham Greene und Oscar Wilde. Von Franz Kafka und Thomas Mann – um nur einige zu nennen. Museums-Direktor Kaiser ließ dafür eine riesige Wand im Treppenhaus freiräumen.

Auch entdeckt der Besucher die „11 Scheiben“, ein Werk aus dem Jahr 2003, den wohl teuersten Spiegel der Welt. Elf Glasscheiben, schräg hintereinander angeordnet, spiegeln in ungeahnter Weise alles, was davor erscheint.

Zu den Schätzen des Museumsbestandes und der aktuellen Ausstellung gehört „Ema – Akt eine Treppe herabsteigend“, eines der berühmtesten Bilder moderner Kunst. Der Künstler bannte 1966 seine damalige Frau Marianne Eufinger, genannt „Ema“, auf die Leinwand: Nackt schreitet eine junge Frau eine Treppe hinab. Wie bei den 48 Porträts glaubt man ein Foto zu sehen. Der Reiz des schönen, nackten Körpers wird durch eine unscharfe Darstellung – wie bei einem „verwackelten“ Foto –für manche getrübt, für andere aber auch erst hergestellt. Neben den bekannten Richter-Werken kommen die zwei titelgebenden Bilderserien „Elbe“ und „November“ erstmals in das öffentliche Rampenlicht.

Bei der Bildreihe „Elbe“ handelt es sich um eines der frühesten Werke Richters aus dem Jahr 1957. Die 31 mit einer Farbwalze produzierten Bilder im A 4-Format zeigen abstrakte Darstellungen, die die Phantasie anregen. Ist das ein Baum? Ist das eine Flusslandschaft im Mondschein? Könnte das eine Figur mit ausgestrecktem Arm sein? Richter übergab die Bilder vor seiner Flucht 1961 einem Freund und erhielt sie erst knapp 30 Jahre später, nach dem Mauerfall, zurück.

Gegenüber der Bildreihe „Elbe“ sind die 27 beidseitig gestalteten Bilder des „November“-Zyklus’ (aus dem Jahr 2008) platziert. Hier kreierte Richter mit Tinte und saugstarkem Papier teils farbige, teils graue und schwarz-weiße Abbildungen, die der Phantasie des Betrachters freien Raum lassen. Die zufällig entstandenen Formen erinnern an die aus der Psychodiagnostik bekannten „Rorschach“-Tafeln, sind aber nicht symmetrisch angelegt.

Der Künstler selbst legte Hand an beim Anbringen der Bilder, animierte private Sammler zur Ausleihe einiger Gemälde und karrte aus dem eigenen Bestand Bilder herbei. Bei der Eröffnung ließ er sich dann aber nicht mehr blicken. Siegfried Schmidtke

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr (1. Donnerstag im Monat: bis 22 Uhr) Eintritt: 10 Euro; ermäßigt: 7 Euro; Familienkarte: 20 Euro; Kinder unter sechs Jahren frei.


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