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23.03.13 / Zwei Jahrestage – ein Thema / Konzertierte Aktionen in Berlin zur Verfolgung im Dritten Reich

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-13 vom 23. März 2013

Zwei Jahrestage – ein Thema
Konzertierte Aktionen in Berlin zur Verfolgung im Dritten Reich

Wer in diesen Tagen oder in den kommenden Wochen Berlin besucht, wird an zentralen Stellen der Stadt säulenartige Türme und litfaßsäulenähnliche Stelen mit Porträts und historischen Informationen finden. Sie gehören zu einem großen Ausstellungsprojekt, das sich über die ganze Stadt verteilt und unter dem Titel „Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933–1938“ an zwei bedeutende historische Ereignisse erinnert: an die sogenannte Macht­ergreifung der Nationalsozialisten vor 80 Jahren und an die sogenannte Reichskristallnacht vor 75 Jahren. Für beide Ereignisse war Berlin der zentrale Schauplatz, weshalb in einer Breite, wie es sie bislang wohl noch nie in der Stadt gegeben hat, daran erinnert wird.

Mit „zerstörter Vielfalt“ ist gemeint, dass das in der Weimarer Republik immer kosmopolitischer, immer vielfältiger und quirliger gewordene Berlin ab 1933 einen wesentlichen Teil der Menschen, die diese Vielfalt ausmachten, verlor. Ausgrenzung und Verfolgung fanden einen bisherigen Höhepunkt in der „Reichskristallnacht“, der dann im Kriege Deportation und Vernichtung folgten.

Zur Erinnerung an die damaligen Ereignisse haben sich rund 120 Partner in der ganzen Stadt zusammengetan, um aus ihrer jeweiligen Berufs- oder Aufgabenperspektive zurückzuschauen. Das Spektrum reicht von den großen Museen über mehrere Heimatmuseen der Bezirke, Bezirksämter, Gewerkschaften, die Handelskammer, Kirchen und Universitäten bis zu kleineren Einrichtungen wie Galerien, Archiven und privaten Initiativen. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ist mit einem breiten Informationsangebot dabei; Stadtrundgänge und Theateraufführungen sowie Ausstellungen unter freiem Himmel kommen hinzu.

Die zentrale Ausstellung – die „Portalausstellung“, wie die Veranstalter sagen – ist eine gleichnamige Schau im Deutschen Historischen Museum (DHM), die (bei freiem Eintritt) schon seit Anfang Februar gezeigt wird. Sie dauert bis zum 10. November und ist gewissermaßen ein Konzentrat aller Bemühungen, die damalige Zeit zu vergegenwärtigen. Mit Objekten aus dem schier unerschöpflichen Fundus des DHM und Leihgaben anderer Berliner Museen und Archive entsteht ein ebenso anschauliches wie beklemmendes Bild jener Jahre. Wirklich Neues kann naturgemäß kaum noch dabei sein, aber mit den heutigen Ausstellungsformen, einem Mix aus Bildern und Dokumenten, aus Filmen, Videos und Tonaufnahmen kommt gerade eine Zeit von Terror und Unterdrückung in ihrer Brutalität und Engstirnigkeit bedrückend nah.

Von den kleineren Ausstellungen sind bereits mehrere eröffnet, so zur Auflösung der Gewerkschaften, zur Keramik verfemter Künstlerinnen, zu jüdischen Technikern und Ingenieuren in Deutschland, zur Situation geistig Behinderter, zum Verbot der Freidenker oder zu deutschen Emigranten in den Armeen der Alliierten im Weltkrieg. Im April und Mai werden Themen wie Gleichschaltung der Presse, Verfolgung von Sinti und Roma und Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg folgen. Die elf „Stadtmarkierungen an historischen Orten“ befinden sich unter anderem am Wittenbergplatz zum Thema „Vom Boykott zum Pogrom“, am Hackeschen Markt über „Innenstadt und Ausgrenzung“, auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag über „Zentren der Machtergreifung“ sowie am Olympiastadion über das Thema „Inszenierte Vielfalt“. Gerade weil Berlin, so die Veranstalter, heute wieder eine urbane, weltoffene Stadt sei, müsse stets in Erinnerung gerufen werden, wie gefährdet der heute als selbstverständlich empfundene Status quo letztlich immer wieder sei. Dirk Klose


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