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23.03.13 / Geliebte Ostertraditionen / Zahlreiche Ausstellungen im Rahmen des West-Ost-Dialogs zeigen heimatliche Bräuche

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-13 vom 23. März 2013

Geliebte Ostertraditionen
Zahlreiche Ausstellungen im Rahmen des West-Ost-Dialogs zeigen heimatliche Bräuche

Das Schwerpunktthema Ostern wird in den Sammlungen und Veranstaltungen mehrerer Museen und Einrichtungen des West-Ost-Dialogs facettenreich gezeigt. So befindet sich im Rheinbacher Glasmuseum ein um 1980 entstandener Überfangteller, der mit dem Motiv der Passion und in der Mitte mit der Auferstehung Christi vom Graveur Rudolf Schwamberger nach Albrecht Dürer dekoriert wurde.

Das bekannteste und weitverbreiteste Ostersymbol ist das gefärbte und kunstvoll verzierte Ei, das in den meisten Kulturen für Fruchtbarkeit und neues Leben steht. Doch haben die Ostpreußen, die Schlesier und Oberschlesier, die Siebenbürger Sachsen und die Banater Schwaben sowie die Pommern verschiedene Techniken angewandt, um die Eier individuell zu gestalten. In Oberschlesien lässt sich das Verzieren von Ostereiern bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Da bei Ausgrabungen in Oppeln ein mit einer Batiktechnik dekoriertes Ei gefunden wurde, gilt diese Methode als die älteste in der Region. Das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen-Hösel zeigt bis zum 14. April die thematische Sonderausstellung „Eizeit“.

Wer dieser Tage das Haus Schlesien von Königswinter-Heisterbacherrott besucht, bekommt eine Auswahl bunter Eier sowie eine Sammlung von Keramikhasen zu sehen, die nach Bunzlauer Art gefertigt wurden. Die getöpferten Objekte weisen die für Bunzlau typischen Techniken auf, darunter Schwämmel- und Spritzdekor, Marmorierung und Laufglasur. Die Ostereier wiederum sind mit kunstvollen Mustern verziert, die für die Oppelner Gegend typisch sind. Die Muster der ausgeblasenen und gefärbten Eier werden mit speziellen Messern „gekratzt“ und „geritzt“.

Während im Haus Schlesien die Eier als kleine Kunstwerke bestaunt und erworben werden können, dienen sie in Oppeln einer althergebrachten Tradition und werden als Dankeschön für das „Begießen“ an Männer verteilt.

„Rund ums Ei“ heißt der bunte Osternachmittag, zu dem das Do-nauschwäbische Landesmuseum in Ulm eingeladen hat. Hier lernten die Teilnehmer die aus Ungarn stammende traditionelle Wachstechnik kennen. Vor ein paar Jahren war eine Ostereiermalerin aus der Bukowina in Ulm zu Besuch, die ebenfalls eine traditionelle Technik demonstrierte. Die ganze Oberfläche des Eis wurde mit geometrischen Motiven oder mit Darstellungen aus dem Tierreich kunstvoll gestaltet, mit Bienenwachs gezeichnet und mit natürlichen Farben ausgemalt.

Beim Eierfärben in Siebenbürgen verzichtete man auf synthetische Farbstoffe zugunsten von Pflanzenfarben. Die so gefärbten Eier wurden mit Sprüchen beschriftet oder mit individuellen Motiven bemalt. Zu den wertvollen Raritäten, die im Bildarchiv des Siebenbürgen-Instituts an der Universität Heidelberg (Gundelsheim) beherbergt werden, zählen die Ostereier aus dem Nachlass der Volkskundlerin Luise Treiber-Netoliczka.

Mitmachaktionen rund um das Ei gab es in diesem Frühjahr im Pommerschen Landesmuseum von Greifswald. Im Rahmen des kreativen und informativen Familiensonntags wurden Ostereier nach pommerscher Art mit Zwiebelschalen, Krappwurzel oder rote Bete gefärbt, mit Wachs verziert oder mit Papierschnipseln beklebt.

Ein absoluter Blickfang sind auch die Böhmerwälder Perlen-eier. Im Münchner Haus des Deutschen Osten kann dieses Kunsthandwerk erlernt werden, das Hühnereiern zu Magie verhilft.

In Ostpreußen sowie in einigen schlesischen Regionen ist ein Brauch bekannt, bei dem in der Osternacht junge Frauen und Mädchen vor Sonnenaufgang schweigend zu einem Fluss gingen, um das Wasser gegen den Strom zu schöpfen. Es wurde das ganze Jahr über aufbewahrt und als „Wundermittel“ gegen Krankheiten genutzt. Wenn allerdings beim Heimholen des Osterwassers doch gesprochen oder gelacht wurde, soll es seine heilende Kraft verloren haben. Aus dem 19. Jahrhundert überliefert eine ostpreußische Quelle übrigens auch die Vorstellung, dass sich am Ostermorgen das bei Sonnenaufgang geschöpfte Wasser in Wein verwandelt.

In Ost- und Westpreußen sowie in Schlesien wird der weit verbreitete Brauch „Schmackostern“ teilweise auch heute noch zelebriert. Es geht darum, dass am Ostermontag die jungen Burschen zu den Mädchen gehen und sie mit geflochtenen Birken- und Weidenruten auf die Arme und Beine schlagen. Durch das Schlagen sollten nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch die Kraft und Tüchtigkeit gefördert werden. Die Mädchen bewirteten die zum Schmackostern erschienenen Burschen mit Osterkuchen und Osterschnaps.

Entsprechend einem Beitrag im „Wörterbuch der donauschwäbischen Lebensformen“ (Quelle: Klein, Franz: Billed. Wien 1980, Gehl, Hans: Wörterbuch der donauschwäbischen Lebensformen. Stuttgart 2005, Interview Jakob Laub am 25. Februar 2013) wurde in den donauschwäbischen Siedlungsgebieten der besondere Festtagsbrauch „ginetze“ (spritzen) gepflegt. Am Ostermontag war es nämlich üblich, dass die Buben die Mädchen und die Männer die Frauen „spritzen“ gingen. Außerdem hieß es, dass in den katholischen Ortschaften im Banat von Gründonnerstag bis Karsamstag die Glocken verstummten. Um das Glockengeläut zu ersetzen, „ratschten“ die Ministranten zu verschiedenen Tageszeiten mit den von einem Tischlermeister gebauten „Raschple“.

In Siebenbürgen wird das „Bespritzen“ der Mädchen und Frauen am Ostermontag heute noch in vielen Gemeinden praktiziert. Dies ist übrigens nicht allein eine typisch sächsische Tradition, sondern ist auch in Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Polen bekannt. Dieter Göllner


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