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30.03.13 / Zweierlei Maß bei Echo-Verleihung / »Frei.Wild« wird ausgeladen, Linksextremist Hannes Wader »für sein Lebenswerk« geehrt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-13 vom 30. März 2013

Zweierlei Maß bei Echo-Verleihung
»Frei.Wild« wird ausgeladen, Linksextremist Hannes Wader »für sein Lebenswerk« geehrt

Der seit 1992 von der Deutschen Phono-Akademie jährlich vergebene Echo soll eine Preisverleihung sein, die die ganze Musikbranche in strahlendem Glanz erscheinen lässt. Tatsächlich glänzt die Veranstaltung schon im Vorfeld, allerdings durch Peinlichkeit. Erst gab es Wirbel um die Südtiroler Deutschrockband „Frei.Wild“, die für den Preis nominiert worden war. Andere Musiker warfen ihr vor, rechtsextremes Gedankengut zu verherrlichen, und drohten mit Boykott der Preisverleihung (siehe PAZ 11/2013). Die Musik von „Frei.Wild“ ist hart und oft laut und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Die Texte sind ungeschönt und haben bisweilen einen ausgeprägt patriotischen Zungenschlag. Darin geht es um Alltagserfahrungen, Freundschaft, Freiheit und Südtirol. Das ist nichts anderes als das, was auch andere Volksmusikgruppen zu Gehör bringen. Inhaltlich sind die Texte harmlos. Jede Nähe zu rechtsextremen Ideen weisen die Mitglieder von „Frei.Wild“ weit von sich. Doch allein die Tatsache, dass die Band von Heimat und Heimatliebe singt, genügte, ihr eine nationalistische Gesinnung zu unterstellen und sie von der Nominierungsliste zu streichen.

Gegen die Auszeichnung des bekennenden Linksextremisten Hannes Wader mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis scheinen die Phono-Akademie und die anderen nominierten Musiker dagegen keine Bedenken zu haben. Der 70-jährige Wader hat den Echo für sein Lebenswerk erhalten, da er, so die Begründung, als „großer Liedermacher die Entwicklung des deutschsprachigen Liedes seit den 60er Jahren nachhaltig und beispielhaft geprägt“ habe. Ob diese Einschätzung wirklich zutreffend ist, sei dahingestellt. Prägend ist dagegen sicherlich der Eindruck vom Musikstar der links-alternativen Szene, der mit seinen Texten provokante Gesellschaftskritik übte und für die Verbreitung der kommunistischen Ideologie sorgte. So stimmte er gern die „Internationale“ und andere sozialistische Kampf- und Arbeiterlieder an. Im Oktober 1971 überließ er seine Hamburger Wohnung der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, angeblich ohne deren wahre Identität zu kennen. Hier richteten die Terroristen ihr Hauptquartier ein, experimentierten mit Sprengstoff und ermordeten vor der Tür den Polizisten Norbert Schmid. Wader wurde verhaftet und ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet, das allerdings nach Jahren eingestellt wurde.

Die Folge seiner Nähe zu den RAF-Mördern war ein weitgehender Boykott Waders durch Medien, Rundfunkanstalten und Musikkonsumenten. Er hielt sich mit Auftritten bei politischen Veranstaltungen und der Friedensbewegung über Wasser und trat 1977 der DKP bei. In deren Milieu wurde er zum musikalischen Star, der ungeachtet aller kommunistischen Prinzipien mit seiner Musik ordentlich Kasse machte und sich in der Bewunderung seiner Anhänger sonnte. Kein Wunder, dass er später in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zugab, der Parteieintritt sei für ihn „lebensrettend“ gewesen. Seine politische Überzeugung war nach seinen eigenen Worten bis zu dem von ihm als schmerzlich empfundenen Zusammenbruch der Sowjetunion „felsenfest“. 1991 trat er aus der DKP aus, ohne allerdings seiner kommunistischen Gesinnung abzuschwören. Seit Jahren tingelt er als Volkssänger und mit Interpretationen internationaler Folksongs sowie autobiografisch angehauchten Titeln durchs Land. Mit der Verleihung des Echo an den altlinken Politbarden und Folkzausel Hannes Wader dürfte die Deutsche Phono-Akademie der Veranstaltung kaum wahren Glanz verliehen haben. Jan Heitmann


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