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30.03.13 / Kleiner Lichtblick / Mehr Freiheiten für Christen auf Kuba

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-13 vom 30. März 2013

Kleiner Lichtblick
Mehr Freiheiten für Christen auf Kuba

Nach einer rund 30-jährigen Verfolgung des Christentums setzen die Bürger Kubas mit Schwerpunkt im Osten der Zuckerinsel neue Maßstäbe und wenden sich unter den Augen der antichristlichen Regierung von Raul Castro in Havanna vermehrt der Religion zu und halten öffentliche Gottesdienste ab.

Als Signal für den Wandel gelten die Eröffnung eines konfessionellen evangelischen Buchladens in Santiago de Cuba und ein dreitägiger „Lobpreis-Kongress“ Mitte Februar ebenfalls in Santiago. Insgesamt 13000 Christen aus ganz Lateinamerika nahmen daran teil. Karel Matos, Pastor und Koordinator der Veranstaltung, sieht gar ein „neues Zeitalter des Glaubens“ aufdämmern. Die Bücher des Ladens wurden sogar zum Teil im Land selbst hergestellt. „Etwas“, so der Baptistenpastor Rubén Ortiz, „das man im Land seit 50 Jahren nicht mehr gesehen hat.“

Große Hoffnungen setzen vor allem Kubas Katholiken auf den neuen Papst Franziskus. Der Geistliche Gregorio Alvarez kommentiert die Wahl offiziell: „Er ist einer aus der Familie.“ Damit meint er, dass das katholische Oberhaupt aus Lateinamerika „näher an den Problemen der Menschheit“ orientiert ist und sich nicht nur um die „Probleme der Kirche“ kümmern wird.

Insgesamt leben nach offiziellen Angaben etwa eine Million Christen auf Kuba, nach Schätzungen des Vatikans sollen aber rund 60 Prozent der 11,2 Millionen Einwohner katholisch getauft sein. In den letzten Jahren entstanden zudem protestantische Gemeinden und 90000 bekennen sich als Zeugen Jehovas. Bereits 1992 wurde die Verfassung so geändert, dass aus dem atheistischen Staatswesen ein sakuläres wurde. Dieser Trick erlaubte auch gläubigen Christen den Eintritt in die Partei. Neben dem Katholizismus wird die Mischreligion Santería praktiziert, ein animistisches Erbe aus Afrika, das aber sehr wohl auch christliche Elemente adaptierte.

Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus 65 Prozent Weißen, 25 Prozent Mischlingen (Mulatten und Mestizen) sowie zehn Prozent Schwarzen zusammen. Joachim Feyerabend


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