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20.04.13 / Der missbrauchte Zeuge / Stadt Halle ein braunes Nest? Schwarzer SPD-Kandidat wehrt sich

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-13 vom 20. April 2013

Der missbrauchte Zeuge
Stadt Halle ein braunes Nest? Schwarzer SPD-Kandidat wehrt sich

Karamba Diaby kommt aus dem Senegal, lebt seit 1985 in Deutschland (der damaligen DDR) und kandidiert für die kommende Bundestagswahl für die SPD in Halle. Zwei Zeitungen sprachen mit dem Sozialdemokraten. In der „Jungen Freiheit“ forderte der Kandidat eine nochmalige Verschärfung des Volksverhetzungsparagraphen 130 StGB. „Es kann nicht sein, dass Menschen wie der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin mit ihren Thesen weiter die Gesellschaft spalten.“ Immerhin weiß der Hochschulabsolvent aber, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gibt und diese von der Verfassung geschützt ist.

Der „Spiegel“ verbreitete mit Berufung auf Diaby, Halle sei „eine der Hochburgen des Rechtsradikalismus in Deutschland“, denn „bei der Landtagswahl 2011 holte die NPD in manchem Viertel fast zehn Prozent der Stimmen“.

Tatsächlich erreichte die vom Verfassungsschutz und anderen Diensten beobachtete und von deren Agenten durchsetzte Partei in den vier Wahlkreisen der Stadt Halle zwischen 1,9 und 4,6 Prozent Stimmenanteil. Das Linksextremistenblatt „Junge Welt“ klatschte dann dem „Spiegel“ sofort Beifall, während die örtliche Presse, der MDR und Politiker aller Parteien versuchten, den Image-Schaden für die Stadt Halle einzudämmen.

Eine freiwillige „Richtigstellung“ durch das Nachrichtenmagazin hat bislang nicht stattgefunden. Nicht einmal ein Leserbrief zu diesem Thema wurde in der neuesten Ausgabe des Magazins abgedruckt. Unangenehm für den „Spiegel“ könnte es dann werden, wenn die CDU und die FDP sich im Stadtparlament mit ihrer Forderung nach presserechtlichen Schritten durchsetzen sollten.

Ebenfalls peinlich für das Hamburger Magazin: Diaby selbst hat sich von dem „Spiegel“-Artikel ausdrücklich distanziert, sieht sich missbraucht für eine aufgebauschte Skandalgeschichte.

„Die empörten Reaktionen auf den Artikel kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile die Empörung, denn Halle wird auf ein Thema reduziert. Aus meiner Sicht hat sich der Redakteur eines Zahlenmaterials bedient, das nicht repräsentativ für die Stadt ist und das plakativ auf leider noch immer vorhandene Klischees von Ostdeutschland zurückgreift.“ Harter Tobak, doch presserechtliche Schritte gegen das Blatt wurden von seiner Seite indessen bislang noch nicht eingeleitet.          Theo Maass


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