18.01.2022

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20.04.13 / Ideologie statt Fakten / Streit um Frauenquote von Realität abgekoppelt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-13 vom 20. April 2013

Ideologie statt Fakten
Streit um Frauenquote von Realität abgekoppelt

Täglich vermeldeten die Medien neue Details zu den Querelen in der CDU, die die Partei offenbar von innen heraus zu zerreißen drohten. Es schien, als würde von der Abstimmung im Bundestag am vergangenen Donnerstag die Zukunft der Partei abhängen. Doch wer vermutet, es ginge um existenzielle Themen, der irrt. Rund 30 Frauen in der Partei hatten angekündigt, für das dem Bundestag vom rot-grün dominierten Bun-desrat vorgelegte Gesetz zur Frauenquote in Aufsichts- und Verwaltungsräten zu stimmen. Während Grüne und SPD triumphierten, kämpfte die CDU darum, die Rebellinnen unter der Führung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wieder auf CDU-Linie zu bekommen, wobei man sich in der Partei nicht sicher war, was überhaupt CDU-Linie ist.

In der letzten Phase des Streites ging es dann um eine Frauenquote von 20 Prozent bis 2018 und 40 Prozent bis 2028, wie es SPD und Grüne vorschlugen, oder um eine im CDU-Wahlprogramm aufgenommene Frauenquote von 30 Prozent bis 2020. Argumente spielten hingegen in der öffentlichen Darstellung des Konfliktes keine Rolle. Die Hinweise des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zu den Fakten gingen unter. Dieser verwies darauf, dass das durchschnittliche Alter von Aufsichtsratsmitgliedern 60 Jahre betrage. „Für eine sachliche Analyse kann folglich der heutige Frauenanteil in Aufsichtsräten nicht mit dem heutigen Frauenanteil bei Abiturienten und Hochschulabsolventen verglichen werden“, so der DIHK. Ein realistischer Vergleich sei demnach mit dem Frauenanteil unter den Hochschulabsolventen in den 1980er Jahren zu führen. Dieser lag damals in den Wirtschaftswissenschaften bei 11,6 Prozent und bei den Ingenieurwissenschaften bei 9,4 Prozent. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung lag der Frauenanteil in Aufsichtsräten bei den Top-200-Unternehmen 2012 in Deutschland bei 13 Prozent, Tendenz steigend. Da neben Fachkenntnis auch Berufserfahrung Voraussetzung für die Ausübung eines Aufsichtsratsmandates ist, diese aber nicht „verschult“ an Frauen weitergegeben werden könne, ist der DIHK überzeugt, dass den Unternehmen nicht überall genügend Kandidatinnen zur Verfügung stehen.            Bel


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