19.04.2024

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11.05.13 / Fast total friedlich

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-13 vom 11. Mai 2013

Fast total friedlich
von Vera Lengsfeld

Fast total friedlich“ – mit dieser interessanten Wortkombination bewertete der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele die Vorgänge um die diversen Maidemonstrationen in der Hauptstadt. Er meinte damit, dass sich die Polizei dank ihrer „Deeskalationsstrategie“ vorbildlich zurückgehalten hätte. Die Gewalt, die von den „Revolutionären Erste Mai“-Demonstranten ausging, die von 7300 Beamten in Schach gehalten werden mussten, war dem Alt-68er keine Erwähnung wert.

Man könnte Ströbeles Einschätzung als die ewige linke Demagogie abtun und vergessen, wenn der CDU-Innensenator der Stadt, Frank Henkel, nicht fast wortgleich zur selben Einschätzung gelangt wäre. Auf einer Pressekonferenz sagte der Senator wörtlich: „Das war einer der friedlichsten 1. Mai seit Beginn 1987.“

Dieser Satz zeigt, wie sehr sich die Maßstäbe der Politik schon zugunsten der linken Randalierer verschoben haben. Zur Bilanz gehören 54 verletzte Polizisten, die sich verhöhnt vorkommen müssen. Dazu zählen 42 Sachbeschädigungen wie zerstörte Fensterscheiben einer Sparkassenfiliale, demolierte Autos. Wie in den anderen Jahren wurden Steine und Flaschen auf die Polizisten geworfen. Die Krawalle weiteten sich nur nicht aus, weil die Gewalttäter eng von Polizisten umringt und von den restlichen Demonstranten isoliert wurden. Funktioniert hat also nicht die „Deeskalationsstrategie“, sondern konsequentes Vorgehen gegen die Linksradikalen.

Der harte Kern der Autonomen wertete diesen 1. Mai auch als „Niederlage“, denn die Polizei hatte in Schöneweide, wo eine der zahlreichen Maiaktionen stattfand, rechts-, und linksradikale Demonstranten nicht aufeinandertreffen lassen.

Um die Bilanz eines angeblich „friedlichen“ 1. Mai ziehen zu können, ging der Senator noch einen Schritt weiter: Der Anschlag von Linksradikalen auf einen Kabelschacht der Berliner S-Bahn wurde einfach unter­schlagen, als hätte er mit den übrigen Aktivitäten nichts zu tun. Dieser Anschlag fand am 2. Mai nachts um 3.45 Uhr statt, als ein Verteilerkasten am S-Bahnhof Wannsee angezündet wurde. Zehntausende Fahrgäste waren am nächsten Morgen von den Signalausfällen betroffen.

Henkel verschwieg das, obwohl in einem linksradikalen Bekennerschreiben aus­drücklich von einem „verlängerten 1. Mai“ die Rede war. Keine Erwähnung fand auch ein angezündetes Auto in Friedrichshain. Da es sich um das Fahrzeug eines Diplomaten handelte, steht die Autoleiche in seiner giftigen Asche noch immer als unfreiwilliges Mahnmal auf der Straße eines Viertels herum, das vor allem von Familien mit Kindern bewohnt wird.

Das ist „friedlich“ in Berlin!


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