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11.05.13 / Streit um Roma / Charlottenburgs Politiker fürchten Bürgerzorn

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-13 vom 11. Mai 2013

Streit um Roma
Charlottenburgs Politiker fürchten Bürgerzorn

Ülker Radziwill, SPD-Parlamentarierin im Berliner Abgeordnetenhaus aus dem bürgerlichen Charlottenburg, sieht sich beträchlichem Widerstand von der Basis in ihrem Bezirk ausgesetzt. Hintergrund des Zwists: In Radziwills Wahlkreis soll eine Zigeunerunterkunft entstehen. Doch das Bezirksamt leistet Widerstand. Das Pikante: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann gehört ebenfalls der SPD an und fürchtet offenbar, den Bezirk wieder an die CDU zu verlieren, die dort vor der Bankenkrise mit absoluter Mehrheit „regierte“.

Selbst die grüne Bildungsstadt­rätin Elfi Jantzen findet, dass der Kiez „bereits deutlich belastet“ sei. Schulen und Kitas besäßen keine weiteren Kapazitäten, noch mehr Kinder ohne Deutschkenntnisse aufzunehmen. Radzwill befürwortet das Lager dennoch.

Sie schmettert solche Bedenken ab: Es sei eher „Verunsicherung aufgrund mangelnder Information“, was ihr in ihren Bürgersprechstunden begegne, statt ernst zu nehmender Einwände. Man müsse die Anwohner deshalb „jetzt schnell einbeziehen“ und dann „nachbarschaftliche Unterstützung organisieren, damit die dort angesiedelten Familien nicht isoliert bleiben“.

Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) mag davon nichts wissen und bleibt bei der Ablehnung: „… wir werden da eine ernste Auseinandersetzung mit der Senatsverwaltung führen.“ Warum EU-Bürger, die ganz offensichtlich politisch nicht verfolgt werden, nicht nach Hause geschickt werden, wagt indes niemand offen zu fragen. So blewint die Debatte ein eigenartiger Tanz um den heißen Brei. H.L.


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