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11.05.13 / Im Griff der Mafia / Straff organisierte Familienclans werden zur Bedrohung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-13 vom 11. Mai 2013

Im Griff der Mafia
Straff organisierte Familienclans werden zur Bedrohung

Die Diskussion um den Skandalrapper Bushido und seine Verbindungen zum kriminellen arabischen Untergrund lenken die Aufmerksamkeit auf das lange nicht in seinem wahren Ausmaß erkannte Problem „Mafia in Deutschland“. Sie bildet ein weit verzweigtes Gestrüpp von Gruppen, das im Verborgenen wuchert, Verbrechen organisiert, Schmuggel, Betrug, Diebstahl, Raub, Glücksspiel, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche und Prostitution betreibt, Zeugen besticht, Richter und Staatsanwälte bedroht sowie Schutzgelder kassiert. Jetzt schlägt auch das Landeskriminalamt Niedersachsen Alarm: Kriminelle Familienclans seien ein „flächendeckendes Problem“. Vor allem habe die Bereitschaft zu Gewalt sprunghaft zugenommen. Die Gruppen basieren meist auf einem ethnischen Hintergrund. Da gibt es die klassische italienische Mafia, die Türkenmafia, die Kurdenmafia, die Serbenmafia, die Russen- und die Albanermafia und die über Großfamilien operierende arabische Mafia. Nach Einschätzung von Experten hat sich Deutschland als ein „Schlaraffenland“ für das organisierte Verbrechen erwiesen – in jüngster Zeit vor allem für den Frauenhandel zum Zweck der Zwangsprostitution.

Die klassischen Standbeine der italienischen Mafia sind der Drogen- und der Waffenhandel. Hinzu kommen Giftmüllentsorgung, die Bauindustrie, Immobilien und öffentliche Aufträge aller Art. Subventionsgelder abzukassieren ist eine Spezialität der Mafia. Deutschland ist für sie in erster Linie interessant für die Geldwäsche, dazu eignen sich öffentliche Aufträge bestens. Für die Chinesen operieren Banden, die sich nach dem Vorbild der sogenannten Triaden organisiert haben und beispielsweise chinesische Restaurantbesitzer mit Schutzgeldern quälen. In Europa sollen diese Triaden 250000 Mitglieder haben und jährlich mehr als zwölf Milliarden Euro Gewinn machen. Die Polizei schätzt, dass die rund 150 Besitzer chinesischer Restaurants in Hamburg fast ausnahmslos Schutzgelder abführen. Der europäische Heroinmarkt wird von international organisierten Gruppen kontrolliert, unter denen türkische und kurdische Organisationen nach wie vor das Sagen haben. Allerdings haben albanische Banden ihren Anteil am Rauschgiftmarkt im Allgemeinen und speziell am Heroinmarkt kontinuierlich vergrößert.

Drei Faktoren haben zu dieser Entwicklung maßgeblich beigetragen: Die Anwesenheit von Albanern in nahezu allen westeuropäischen Ländern, die Existenz vieler Erscheinungsformen organisierter Kriminalität unter Albanern und das Bestreben einiger Gruppen, aus Albanien, dem Kosovo und Teilen Mazedoniens ein selbstständiges Groß-Albanien zu schaffen. Nach aller Erfahrung dient Rauschgifthandel auch den Albanern dazu, Geld für den politischen wie den bewaffneten Kampf zu beschaffen. Noch nie hat sich im deutschen kriminellen Milieu aus einer so kleinen Volksgruppe heraus in so kurzer Zeit eine so starke illegale Energie entfaltet. Überall, wo Banden „ethnischer Albaner“ operieren, ist aus Kripo-Kreisen zu hören: „Sie drohen eher, sie prügeln eher und sie schießen eher.“

Die Besorgnis der Landeskriminalämter nimmt zu. Ihr Problem: Die Bekämpfung der kriminellen Parallelgesellschaften ist wegen der komplizierten und weitverzweigten Familienstrukturen über die Landesgrenzen hinweg nur noch in Teilbereichen möglich.  Joachim Feyerabend


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