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11.05.13 / Rote Linie

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-13 vom 11. Mai 2013

Rote Linie
von Jan Heitmann

Der Staub, den Carla del Ponte mit ihrem Verdacht, die syrische „Opposition“ habe Giftgas eingesetzt, aufgewirbelt hat, ist den westlichen Regierungen und Medien schmerzhaft in die Augen geweht. Sie hat ihnen gezeigt, dass das von ihnen gezeichnete Bild der Verhältnisse im Bürgerkriegsland Syrien wohl nicht so schwarz-weiß ist, wie sie es immer gezeichnet haben. Dafür wird sie kritisiert, denn schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf. Es ist aber kaum anzunehmen, dass die auf internationalem Parkett erfahrene Juristin einen solchen Verdacht äußern würde, wenn sie nicht von dessen Stichhaltigkeit überzeugt wäre. Obama und seine Verbündeten betonen immer wieder, chemische Waffen dürften nicht „in die falschen Hände“ geraten. Die syrische „Opposition“ ist eine undurchschaubare Häufung von Gruppierungen, deren militärische Leistungsfähigkeit und Ziele so zweifelhaft sind wie ihre ideologische Ausrichtung. Sollte sich del Pontes Verdacht erhärten, bleibt abzuwarten, ob die von Obama gezogene rote Linie auch in der Gegenrichtung überschritten werden kann und die USA konsequenterweise militärisch gegen die syrische „Opposition“ vorgehen werden.


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