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18.05.13 / Polen unter der Lupe / Vortrag des Deutsch-Kanadiers Fröschle liegt als Broschüre vor

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-13 vom 18. Mai 2013

Polen unter der Lupe
Vortrag des Deutsch-Kanadiers Fröschle liegt als Broschüre vor

Die Landsmannschaft Ostpreußen in Nordrhein-Westfalen hat einen Vortrag des 1937 in Leipzig geborenen deutsch-kanadischen Germanisten Hartmut Fröschle unter dem nüchternen Titel „Die Deutschen in Polen 1918 bis 1939. Wiedergeburt des Staates Polen. Hauptdaten und Vorgeschichte“ als Broschüre herausgebracht. Völlig zu Recht bezeichnen es die Vorstandsmitglieder des Herausgebers Ulrich Penski und Jürgen Zauner in ihrem Vorwort als „notwendig, auch die Ereignisse und Handlungen des polnischen Staates, der katholischen Kirche und der polnischen Bevölkerung in den Blick zu nehmen, die zur Entwicklung und zum Ausmaß des politischen und kriegerischen Konflikts im Zweiten Weltkrieg beigetragen haben“.

Dem zweiseitigen Vorwort folgen leicht zu lesende 16 Seiten Text mit immerhin 55 Fußnoten. Und das ist gut so, denn die wenigen Seiten sind gespickt mit Zitaten, welche die polnische Politik kompromittieren und (wohl) deshalb in bundesdeutschen Schulbüchern kaum zu finden sind. Allerdings würde es die Recherche erleichtern und die Verwendung der Broschüre in (geschichts-)politischen Diskussionen erleichtern, wenn in den Fußnoten mehr auf Primärqellen verwiesen worden wäre. Interessant ist die Gegenüberstellung zwischen der naiven Polenbegeisterung nicht zuletzt der Deutschen auf der einen Seite und dem elitären polnischen Messianismus auf der anderen. Klar wird der Unterschied der Interessen herausgearbeitet, wenn Adam

Mickiewicz mit den Worten zitiert wird: „Um einen allgemeinen Krieg bitten wir Dich, o Herr.“ Tatsächlich bringt der Erste Weltkrieg die Mittelmächte dazu, einen polnischen Staat herzustellen, aber gedankt wird ihnen dieses nach dem Krieg wenig. Auch darüber wird in der Broschüre detailliert berichtet. Das primär von den westeuropäischen Großmächten zu verantwortende Diktat von Versailles kann mit seinen Ungerechtigkeiten und Abweichungen vom postulierten Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht genug thematisiert werden. Doch selbst die Grenzen der Pariser Vorortverträge genügten der restaurierten Rzeczpospolita nicht. In dem Kapitel über den „Imperialismus des neuen Staates“ hätte ruhig noch mehr darauf eingegangen werden können, dass Zwischenkriegspolen mit allen seinen Nachbarn in Unfrieden lebte, um der Mär von der deutschen Alleinschuld an den schlechten deutsch-polnischen Beziehungen, die schließlich in den Zweiten Weltkrieg mündeten, entgegenzuwirken. Im Kapitel „Systematische Eindeutschung“ wird dann noch einmal verdeutlicht, dass die Zweite Republik nicht nur in ihrer Außen-, sondern auch in ihrer Innenpolitik einen entschieden antideutschen Kurs fuhr.

Der Text ist gegliedert in die Kapitel „Die Wiedergeburt des polnischen Staates Polen und Hauptdaten ihrer Vorgeschichte“, „Das europäische Polenbild im 19. Jahrhundert“, „Polnischer Messianismus“, „Die vierte polnische Teilung; Polen nach 1815“, „Der Erste Weltkrieg“, „Der neue polnische Staat und seine Gewaltmaßnahmen“, „Regelungen in Versailles“, Imperialismus des neuen Staates“, „Die Abstimmungen und ihre Folgen“, „Systematische Eindeutschung“, „Die Zuspitzung des Konflikts in den Jahren 1938 und 1939“ und „Fazit“. Bebildert ist der Text mit zwei Karten, welche das kleindeutsche Kaiserreich und die Dreiteilung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Ungleich spannender sind eine polnische Propagandakarte, welche die Gebietsforderungen gegenüber Deutschland offenbart, eine Karte der Landsmannschaft Ostpreußen welche die Bevölkerungsverteilung 1945 und die anschließende „Bevölkerungsverschiebung“ verdeutlicht, und die allegorische Darstellung des „Kampfes um das preußische Masowien“ aus einer polnischen Propagandaschrift.

Wer sein Wissen um die Geschichte Polens zwischen den polnischen Teilungen und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und 1918 und 1939 durch einige politisch unkorrekte Informationen erweitern will, die man nicht überall findet, der kann die Broschüre bei der LO-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Buchenring 21, 59929 Brilon, zum Preis von 2 Euro, ab 5 Exemplaren 1,50 plus Versandkosten, bestellen. M. Ruoff


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