17.06.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
01.06.13 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-13 vom 01. Juni 2013

MELDUNGEN

Sudermann-Preis an Zeller

Berlin – Die Stuttgarter Dramatikerin Felicia Zeller erhält den mit 5000 Euro dotierten Hermann-Sudermann-Preis für ihr Drama „X Freunde“. Die Preisverleihung findet erstmalig im Rahmen des Festivals „Autorentheatertage Berlin“ im Anschluss an die Aufführung von „X Freunde“ am 7. Juni in den Kammerspielen statt.

In ihrem Stück hält Zeller unserer Erfolgsgesellschaft in ihrer bereitwilligen Selbstverausgabung den Spiegel vor. In einer brillanten, zentrifugalen Sprachbeschleunigung wird die permanente Vermischung des Privatberuflichen zur Tour de force, der am Ende alle unterliegen.

Felicia Zeller, 1970 in Stuttgart geboren, studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg und schreibt Theatertexte, Hörspiele und Prosa. Daneben arbeitet sie als Regisseurin. Der nach dem ostpreußischen Dramatiker Hermann Sudermann benannte Preis unterstützt Autoren, die noch nicht allein von ihrer schriftstellerischen Arbeit leben können. Der künftig alle zwei Jahre vergebene Preis der Berliner Sudermann-Stiftung reflektiert diesen Umstand und sucht Schriftsteller, in ihrem literarischen Weg zu bestärken. Darin findet Hermann Sudermanns soziales Engagement seine Fortsetzung, der bereits 1928 mit einem großzügigen Legat notleidenden Kollegen zur Seite stand.

Der 1857 in Heydekrug geborene Sudermann selbst zählte zwischen 1889 und 1910 zu den meistgespielten Bühnenautoren Deutschlands. Am Deutschen Theater Berlin wurden vier seiner Werke uraufgeführt. PAZ

 

Vor 75 Jahren vom Ast getötet

Paris – Am 1. Juni 1938 traf sich der Dramatiker Ödön von Horváth in Paris mit dem Hollywood-Regisseur Robert Siodmak, um mit ihm über die Verfilmung eines Romans zu sprechen. Nach dem Treffen suchte er auf der Prachtstraße Champs-Élysée im Laufschritt Schutz vor einem herannahenden Gewitter. Er kam nicht weit. Gegenüber dem Théâtre Marigny löste sich durch eine Windböe ein Ast von einem Baum und erschlug den erst 36-Jährigen, als er just darunter hindurchlief.

Ein stilvolleres tragisches Ende hätte sich der Dramatiker wohl nie erträumen können. Dabei hatte er in Paris eigentlich Schutz vor den Nationalsozialisten gesucht. Wegen Gegnerschaft zum NS-Regime war er seit 1934 auf der Flucht durch halb Europa.

Am 9. Dezember 1901 in der adriatischen Hafenstadt Fiume – heute Rijeka – als Sohn eines österreichisch-ungarischen Klein­adeligen geboren, war er ohnehin Weltbürger, lebte in Belgrad, Budapest, Wien und Berlin. In seinen Dramen demaskierte er kleinkariertes Denken und die Blindheit der damaligen Biedermänner. In seinem bekanntesten Stück „Geschichten aus dem Wiener Wald“ thematisiert er unter dem Deckmantel eines „Volksstücks“ Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Er war auf der Höhe seines Schaffens, als ihm vor 75 Jahren ein Ast auf den Kopf fiel. Tws


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabobestellen Registrieren