17.06.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
01.06.13 / Berufsverbotsopfer / Kurt Tank fand Exil in Amerika und Asien

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-13 vom 01. Juni 2013

Berufsverbotsopfer
Kurt Tank fand Exil in Amerika und Asien

Kurt Tank gehört zu den Konstrukteuren und Ingenieuren, die Deutschland in der Zwischenkriegszeit an die Spitze der Luftfahrt gebracht haben und nach dem Krieg unter der Herrschaft der Besatzer wegen Berufsverbots emigrieren mussten. Nach der Teilnahme als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg setzte der am 24. Februar 1898 in Bromberg-Schwedenhöhe geborene Preuße seine Ausbildung mit dem Abitur und einem anschließenden elektrotechnischen Studium an der TU Berlin fort. Bereits im Rahmen der Diplom-Vorprüfung beteiligte er sich an der Konstruktion eines Segelflugzeuges, dem „Teufelchen“. Seine Berufskarriere im Flugzeugbau begann er 1923 bei der Berliner Firma Rohrbach Metallflugzeug GmbH. 1930 und 1931 arbeitete er als Projektleiter bei den Bayerischen Flugzeugwerken in Augsburg.

1931 wechselte er dann zur Focke-Wulf-Flugzeugbau AG nach Bremen, wo er sich zunächst die technische Leitung mit Heinrich Focke teilte. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 musste Focke jedoch noch im selben Jahr aus dem Unternehmen ausscheiden. Er hatte sich geweigert, Militärmaschinen zu bauen. Fockes Partner Georg Wulf, mit dem er 1923 Focke-Wulf gegründet hatte, war bereits 1927 bei einem Testflug ums Leben gekommen. Alleiniger technischer Direktor wurde nun Kurt Tank.

Noch zu Friedenszeiten wirkte dieser mit an der Konstruktion der „Stieglitz“, der „Stößer“, der „Weihe“ sowie des legendären Langstreckenpassagierflugzeugs „Condor“. Sein wohl bekanntestes Kriegsflugzeug ist der deutsche Standardjäger Fw 190 und dessen Weiterentwicklung Fw Ta 152. Den Übergang zum Düsenzeitalter machte er noch während des Krieges mit der „Huckebein“ mit.

Nach Gefangennahme und Internierung durch die Briten wanderte er nach Argentinien aus, wo er die deutsche „Huckebein“ zur argentinischen „Pulqui II“ weiterentwickelte. Nach dem Sturz von Präsident Juan Perón 1955 setzte er seine Arbeit in Indien fort, wo er den Jagdbomber „Marut“ entwickelte, der 1961 seinen Erstflug hatte. 1969 kehrte Kurt Tank nach Deutschland zurück, wo er am 5. Juni 1983 in München starb. Manuel Ruoff


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabobestellen Registrieren