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15.06.13 / Anzeichen für einen Aufschwung / US-Wirtschaft erholt sich – Immobilienmarkt verzeichnet steigende Nachfrage

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-13 vom 15. Juni 2013

Anzeichen für einen Aufschwung
US-Wirtschaft erholt sich – Immobilienmarkt verzeichnet steigende Nachfrage

Die US-amerikanische Wirtschaft ist auf dem besten Weg, sich von der langen Rezession zu erholen. Die noch 2008 hochgefährdeten US-Banken haben für die ersten drei Monate dieses Jahres soeben einen Rekordgewinn von 40,3 Milliarden Dollar vermeldet. Ein Hauptgrund waren spürbar weniger Ausfälle bei Krediten, was zur Folge hatte, dass auch weit weniger Geld als Reserve zurückgelegt werden musste. Zuletzt war die Zahl der faulen Kredite 2007, also kurz vor der Immobilienkrise, so niedrig. Auch steigen die Sparguthaben seit langem wieder. „Der Bericht zeigt einen weiteren Fortschritt in der Erholung der Bankenindustrie, die seit drei Jahren ständig ansteigt“, sagt Martin J. Gruenberg, Präsident der Federal Deposit Insurance Corp, die die Lage der Banken analysiert. Obwohl er gleichzeitig zur Vorsicht gemahnte angesichts der von der Federal Reserve Bank (Fed) vorgegebenen niedrigen Zinsen, die die Zinsmarge der Banken und somit ihre klassischen Erträge reduzieren. Diese Situation dürfte jedoch an einem Wendepunkt angekommen sein. Die langfristigen Zinsen stiegen vor kurzer Zeit leicht an, was sofort für Unruhe auf den Aktienmärkten der Wallstreet geführt hat. Man fürchtet dort, dass die Fed auch ihren Kauf von US-Staatsanleihen, den sie wie die niedrigen Zinsen zur Ankurbelung der Wirtschaft vollzogen hat, langsam reduziert. Doch sofort beruhigte die Fed die Märkte und betonte, den kurzfrisitigen Leitzins auf Allzeittief zu belassen und erst bei einer Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent diese Position zu überdenken.

Doch die Wirtschaft hat viele Gesichter. Der Immobilienmarkt, der mit Ursache der Rezession war, verzeichnet inzwischen wieder eine steigende Nachfrage und macht sich so zur Hauptstütze der finanziellen Genesung in den USA. Das begann im letzten Jahr, als die Zahl der Zwangsversteigerungen zurückging und Käufer im ganzen Land die niedrigen Hypothekenzinsen eifrig für Häuser- und Grundstückskäufe nutzten. Dies wiederum erhöhte die zuvor so stark gefallenen Preise auf dem Häusermarkt und machte oft vergangene Verluste wieder wett. An der Spitze hinsichtlich des Preisanstieges liegen dabei nach einer Untersuchung des S&P Dow Jones Index die westlichen Städte der USA unter Führung von Phoenix (22,5 Prozent Preisanstieg), San Franzisco (22,2 Prozent) und Las Vegas (20,6 Prozent), während an der Ostküste Miami nur 10,7 Prozent verzeichnet und New York 2,6 Prozent. Die Erwartung wieder ansteigender Zinsen facht die Entwicklung jetzt noch weiter an, da sich alle Interessenten die günstigsten Zinsen sichern wollen. Die Gesundung des Immobilienmarktes hat nicht nur die Wallstreet in Schwung versetzt, sondern auch das Vertrauen der Verbraucher. Nach dem Index der privaten Organisation „Conference Board“ stieg das optimistische Vertrauen der Konsumenten in die Wirtschaft im Mai auf 76,6 Prozent. Der höchste Anstieg seit fünf Jahren. Und die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 7,9 Prozent.

Auch auf lokaler Basis ist ein deutlicher Aufschwung zu bemerken. Nachdem in Kalifornien Gouverneur Jerry Brown das Haushaltsdefizit des Staates durch strikte Sparmaßnahmen wieder relativ in Ordnung gebracht hat, verzeichnet die Gemeinde Los Angeles 50 Millionen Dollar Gewinn allein durch Grundstückssteuern aus dem florierenden Häusermarkt. Das Geld, das zunehmend in die Kassen der Städte fließt, soll vor allem genutzt werden, um die schmerzhaftesten Kürzungen wieder rückgängig zu machen und Investitionen vorzunehmen. Polizei und Feuerwehr (hier wegen der zu erwartenden Brände in der Feuersaison im Juni) erhalten neue Wagen. Parks und Bibliotheken haben Hoffnung, wieder eröffnet zu werden. Schon beharren die Gewerkschaften wieder auf einer umstrittenen 5,5-prozentige Lohnerhöhung für Stadtangestellte ab 2014. Doch alles in allem geht es langsam, aber ständig aufwärts.

„Die neue Begeisterung von Investoren beruht nicht mehr so sehr auf Zinsgeschenken, die ständig wechseln können.“, sagt Sam Stovall, Chef-Stratege für S&P Capital IQ. „Sie sehen vielmehr das organische Wachstum der Wirtschaft.“ Und das tun auch immer mehr Bürger, die aus dem Albtraum der Rezession erwachen wollen und wieder Hoffnung schöpfen. Liselotte Millauer


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