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06.07.13 / Unberührte Schatzkammer / Afrikas Ressourcen sind zum großen Teil noch ungenutzt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-13 vom 06. Juli 2013

Unberührte Schatzkammer
Afrikas Ressourcen sind zum großen Teil noch ungenutzt

Der zweitgrößte Kontinent der Erde mit etwa einer Milliarde Bewohnern entwickelt sich seiner immensen Rohstoffreserven wegen zu einer Zukunftshoffnung der Ökonomen. Manche sehen den Erdteil gar als Rettungsanker für die angeschlagenen Volkswirtschaften des Westens.

Die global denkenden Wirtschaftsgurus rufen den Schwarzen Erdteil als Weltwirtschaftsmotor der nächsten Jahrzehnte aus. Das aber kann nur funktionieren, wenn seine Schätze nicht einfach nur ausgebeutet werden (wie durch Kolonialismus und Imperialismus geschehen), sondern die Menschen gleichzeitig einen gewaltigen Exportmarkt für die Güter der alten Industrienationen bilden, konsumieren und selbst einen prosperierenden Binnenhandel sowie eigene Endproduktionen entwickeln. Dazu aber sind faire Preise für Rohstoffe und Agrargüter nötig.

Die Voraussetzungen für die endgültige Befreiung aus der geschichtlichen Zwangsjacke sind jedenfalls gegeben. Obwohl Afrika noch immer ein armer Kontinent ist, von Hunger, Durst und Krankheiten geplagt, könnte er im Prinzip längst reich sein. In seinen Tiefen lagern riesige Mengen wertvoller, weltweit immer rarer werdender Bodenschätze. Sie könnten bei fairen Geschäften mit den energie- und rohstoffhungrigen Industrieländern das nötige Geld bringen, das in Bildung, Infrastruktur, den Aufbau einer eigenen Verarbeitung, eine gut geführte Landwirtschaft sowie in Gesundheitswesen investiert werden müsste und längst investiert hätte werden können, würden nicht korrupte, machtbesessene Politiker damit ihre Auslandskonten füttern. In Nigeria zum Beispiel, so rechnet die Wirtschaftswelt, wurden in den letzten Jahren über 300 Milliarden Euro vergeudet. Ähnliches gilt für die Elfenbeinküste.

Eine der wesentlichsten Säulen des neuen Geschäfts ist die Förderung von Erdöl und Gas, hauptsächlich in Nigeria und im Osten des Sudan. Eine weitere stellt der Bergbau dar, eine dritte die sinnvolle Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und eine vierte schließlich ein hochpreisiger Tourismus in unberührter Wildnis.

Große Vorkommen an Kupfer, Gold, Platin, Uran, Phosphat, Palladium, Chromit, Vermiculit, Mangan, Ilmenit, Zirkonium, Bauxit und Diamanten lagern oft sogar noch unexploriert in den Weiten des Kontinents. Da Afrika geologisch der älteste Kontinent auf dem Globus ist, haben sich diese Reserven in Jahrmillionen gebildet. Sie stellen den wahren Reichtum der Afrikaner dar und versprechen ihnen eine bessere Zukunft – wenn ihre Politiker mitspielen.

Gegenwärtig sind es China und Indien, die mit ihren hungrigen Volkswirtschaften jährlich Milliarden für die Erschließung und den Abbau (oft unter unmenschlichen Bedingungen) investieren. Allerdings fließen die Erlöse sehr oft nicht dem Volk zu, sondern werden für Waffenkäufe und persönliche Bereicherung missbraucht. Und so stehen letztlich alle Prognosen auf tönernen Füssen. Ernüchternd ist, dass Afrikas Armutsniveau trotz hervorragender Wachstumsraten insgesamt nicht im selben Maß gesunken ist. J.F.


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