26.01.2022

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06.07.13 / Mögen müssen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-13 vom 06. Juli 2013

Mögen müssen
von Hans Heckel

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius will durchgreifen gegen die „Islamfeindlichkeit“ in Deutschland. Dabei hat der SPD-Politiker eine klare Vorstellung, wer der Feind ist: „Islamfeindlich ist jeder, der den Islam als feindliche und aggressive Religion ansieht.“ Hierin sieht Pistorius einen Nährboden und ein Betätigungsfeld für Rechtsextremisten.

Fast gleichzeitig brachten die Katholische Deutsche Bischofskonferenz und die EKD eine gemeinsame Studie heraus, nach der keine Religion auf der Welt so stark verfolgt wird wie die christliche. Und auch wenn die Vertreter der Kirchen diese Erkenntnis aus der Studie wortreich zu relativieren versuchten: Die Masse der Fälle kommt in muslimischen Ländern vor.

Wer nun aus der Unterdrückung von Andersgläubigen in Saudi-Arabien, Pakistan, der Türkei oder Indonesien den Schluss zieht, dass all dies mit dem Islam an sich zusammenhängt, der mag ungerecht denken. Den darf man kritisieren, obschon der Islamgegner vom Koran mit reichlich Suren versorgt wird, welche Munition liefern für den Verdacht, dass die Aggression gegen andere Religionen sehr wohl im Islam selbst angelegt sein könnte und nicht bloß in seiner radikalen Fehlinterpretation.

Was an Pistorius’ Abrechnung frappiert, ist jedoch, dass er schon solches Denken als „rechtsextrem“ verdammt, was einer moralischen Kriminalisierung gleichkommt und der Gedankenfreiheit hohnspricht. Nach dem Willen des Ministers soll nur der noch als hinnehmbar akzeptiert werden, der eine freundliche Haltung zum Islam einnimmt. Andere Meinungen will er unter ein scharfes politisches Verdikt stellen. So halten es bislang eigentlich nur die „Religionsbehörden“ in radikal-islamischen Ländern.


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