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14.09.13 / Zu Ehren von Queen Mum / Als Königin taufte sie 1938 das nach ihr benannte Passagierschiff

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-13 vom 14. September 2013

Zu Ehren von Queen Mum
Als Königin taufte sie 1938 das nach ihr benannte Passagierschiff

Die damalige Königin Eli­za­beth, Ehefrau des britischen Königs Georg VI., taufte am 27. September 1938 im Beisein ihrer Töchter, der damaligen Prinzessin und heutigen Königin Elizabeth II. und Prinzessin Margret, den neuen großen Cunard-Ozeanriesen, der ihr zu Ehren den klangvollen Namen „Queen Elizabeth“ erhielt. 70000 Menschen warteten am anderen Ufer des schottischen Flusses Clyde und sahen, wie sich der Dampfer mit großem Getöse losriss, so dass die Taufpatin mit der Flasche gerade noch den Bug treffen konnte, bevor das Schiff ins Wasser glitt.

Die Jungfernfahrt war für 1940 zum 100. Jubiläum der Cunard-Reederei geplant. Der Kriegsausbruch änderte jedoch alle Pläne. Die „Queen Elizabeth“ war durch deutsche Luftangriffe gefährdet und musste schnellstens notdürftig seetauglich gemacht werden. Das Schiff wurde schlachtschiffgrau gestrichen und mit einem Entmagnetisierungsgürtel gegen Minen ausgerüstet. Ohne offizielle Übergabe und ungetestet fuhr die „Queen Elizabeth“ verdunkelt mit hoher Geschwindigkeit über den Atlantik nach New York, wo sie am 7. März 1940 nach dieser ungewöhnlichen Jungfernfahrt einlief und feierlich mit einem Dampfpfeifen-Chor der anderen Schiffe empfangen wurde. Sie wurde zum Truppentransporter umgebaut und brachte australische Truppen nach Ägypten. Nach dem Kriegseintritt der USA transportierte sie bis zu 15000 amerikanische Soldaten pro Überfahrt nach England und auf dem Rückweg in die USA Kriegsgefangene und Verwundete. Als der Krieg vorbei war, kehrten die amerikanischen Soldaten an Bord der „Queen Elizabeth“ heim. Sie legte bis zur militärischen Außerdienststellung am 6. März 1946 insgesamt 492635 Seemeilen zurück und hatte 811234 „Passagiere“ an Bord.

Am 16. Oktober 1946 fand dann nach großen Umbauarbeiten und Ausrüstung als Passagierdampfer die offizielle Jungfernfahrt mit 2288 Passagieren statt, zu der schon Reservierungen vom Tag des Stapellaufes vorlagen. Die 50er Jahre waren das „goldene Zeitalter“, die „Queen Eliza­beth“ überquerte regelmäßig den Atlantik und fuhr für die Reederei hohe Gewinne ein. Mit dem Beginn der kommerziellen Luftfahrt über den Nordatlantik setzte eine Trendwende ein, die Schiffsauslastung sank. Obwohl die „Queen Eliza­beth“ zusätzlich für Kreuzfahrten eingesetzt wurde, waren die 60er Jahre sehr verlust­reich. Das Schiff wurde nach Hongkong verkauft, in „Seawise University“ unbenannt und sollte als schwimmende Universität und Kreuzfahrtschiff eingesetzt werden. Durch ein Feuer bei den Umbauarbeiten brannte das Schiff aber komplett aus und wurde anschließend abgewrackt. Britta Heitmann


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