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14.09.13 / Königsberger wollen sauberen Kant / Bürgerbeschwerde führte dazu, dass alle Denkmäler des großen Philosophen regelmäßig gereinigt werden

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-13 vom 14. September 2013

Königsberger wollen sauberen Kant
Bürgerbeschwerde führte dazu, dass alle Denkmäler des großen Philosophen regelmäßig gereinigt werden

Sowohl die Königsberger Gebietsregierung als auch die russische Staatsregierung haben Immanuel Kant als Markenzeichen für die Region erkannt. Alle Denkmäler zu Ehren des großen deutschen Philosophen gelten als Visitenkarte der gesamten Region. Besonders in den vergangenen Monaten hat man diesem Thema öffentlich viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Wie sich allerdings gezeigt hat, befinden sich dennoch einige Denkmäler und Gedenkorte, die mit dem Leben des Philosophen zusammenhängen, in einem vernachlässigten Zustand. Das wollten wachsame Bürger ändern, indem sie die Behörden darauf aufmerksam machten, dass eine Kant-Gedenktafel an der Universitätsstraße, die auf den damaligen Paradeplatz führt, von Vogelkot verunreinigt war. Ein Bürger wollte es genau wissen. Er schrieb an die Stadtverwaltung: „Tauben und Krähen setzen sich gerne auf Kopf, Schulter und die Hand des Philosophen und lassen natürlich auch was fallen. Ich möchte vom Kulturministerium der Region wissen, ob wir einen Dienst für die Erhaltung von Denkmälern haben.“ Außerhalb der Grenzen der Königsberger Gebiets gibt es nämlich regelmäßige Säuberungsaktionen, aber im Gebiet werden die Denkmäler wegen fehlender Mittel nur in unregelmäßigen Abständen gereinigt. Laut Angaben der zuständigen Beamten wurde im Arbeitsprogramm von 2012 eine dreimalige Reinigung aller Kantdenkmäler festgelegt, und zwar in den Monaten April, August und November.

Kurz nach der Bürgerbeschwerde rückte tatsächlich ein Reinigungsdienst aus, um die Kanttafel in der Universitätsstraße vom Schmutz zu befreien. Darüber hinaus wurden auch andere Plätze inspiziert, die an den großen Philosophen erinnern. An dem Gebäude, das an der Stelle des Hauses steht, in dem Immanuel Kant 1724 das Licht der Welt erblickte, am Steindamm [Leninskij Prospekt], wurde eine Gedenktafel angebracht. Auch sie wurde gereinigt und mit Schutzmitteln versiegelt. Dies solle nun regelmäßig geschehen, versicherten offizielle Stellen.

Die ursprüngliche Bronzeskulptur Kants wurde 1857 nach einem Entwurf von Christian Rauch angefertigt. 1864 wurde sie in der Prinzessinenstraße aufgestellt. Enthüllt wurde das Denkmal am 60. Todestag des Philosophen. Im Jahr 1884 wurde es dann auf den Paradeplatz vor der Albertina verlegt, nach dem Krieg zerstört. 1992 wurde eine Kopie vor der Universität aufgetellt. Jurij Tschernyschew


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