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14.09.13 / Förderkreis in Tharau

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-13 vom 14. September 2013

Förderkreis in Tharau

Auf Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde Wittenberg [Niwenskoe] waren Vertreter des „Förderkreises Tharau e.V.“ am „Tag der Unabhängigkeit Russlands“ in Tharau. Dort trafen sie außer dem Ortsbeirat von Tharau, der in Tharau geborenen Leiterin des dortigen Heimatmuseums und einem Dumaabgeordneten auch viele andere Einwohner des heute 1300 Einwohner zählenden Ortes und umliegender Ortschaften. Diese waren zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Pkw oder mit dem Bus zur Kirche angereist.

Mit großem Interesse lauschten die Menschen vor und in der Kirche den Worten von Erina Lobenko zur Geschichte dieses historischen Denkmals aus dem 14. Jahrhundert. Anschließend wurden die Feierlichkeiten vor dem Heimatmuseum mit Ansprachen, Vorführungen der Jugend und einem Essen im Freien fortgesetzt.

Joachim Anker berichtete über das frühere Leben in Tharau. Er musste immer wieder die Geschichte seiner Familie bis 1945 erzählen und gewann so als „ihr neuer Landsmann“ schnell die Herzen der heutigen Einwohner.

Das russische Fernsehen war zu dem Fest nach Tharau gekommen, machte mit großem Interesse an der Geschichte des Dorfes und seiner Kirche viele Aufzeichnungen. Einige Tage später wurde die Sendung ausgestrahlt, verbunden mit einem Aufruf zum Erhalt dieser einmaligen Stätte. Das Fernsehen hatte sich auch nach der schönen Eichenallee erkundigt, die zum ehemaligen Gutshaus des Rittergutes „Groß Bajohren“ der Familie Anker führte und noch heute nahezu erhalten ist.

Der Bürgermeister der Gemeinde Wittenberg teilte mit, dass das Areal um die Kirche von Tharau touristisch besser erschlossen werden solle. Hierzu gehöre ein Park und die Verbesserung der Infrastruktur. Der Antrag sei bereits gestellt worden.

Die Kirche selbst, die seit 2010 im Besitz der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) ist, bedarf der weiteren Restaurierung. Nach Abschluss der Arbeiten am Dach soll die Wiederherstellung des großartigen gotischen Deckengewölbes erfolgen. ROK und Förderkreis haben sich hierfür Mitte nächsten Jahres als zeitliches Ziel gesetzt. Wenn es nach dem Willen der Bevölkerung ginge, sähe man die künftige Nutzung der Kirche für religiöse, musische und andere kulturelle Zwecke lieber heute als morgen.

Die bisherigen Anstrengungen des Förderkreises waren erheblich, wenn auch von manchem Rück­schlag begleitet. Die Gespräche mit der Eparchie-Verwaltung, dem Denkmalschutzamt, dem Ministerium für Tourismus und vor allem den Tharauern selbst sind ihr Auftrag und Ansporn, gemeinsam mit der ROK die jetzt anstehenden Arbeiten zügig auszuführen. J.A./W.R.

Nähere Informationen: Förderkreis Kirche Tharau/Ostpr., Am Bungert 31, 53227 Bonn.


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