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21.09.13 / Zu anstrengend

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-13 vom 21. September 2013

Zu anstrengend
von Rebecca Bellano

Wieso ist es bitte nicht möglich, die Lücke von 40000 benötigten zusätzlichen Pflegekräften bis 2016 mit den eigenen Leuten zu füllen? In Deutschland gibt es noch 2,9 Millionen Arbeitslose. Wieso sind offenbar zu wenig davon bereit, eine Ausbildung zur examinierten Pflegekraft oder wenigstens zum Pflegehelfer zu machen.

So unzumutbar kann der Job nicht sein, denn immerhin arbeiten 4,9 Millionen Menschen in Deutschland bereits im Gesundheitswesen, 660000 davon in stationären Einrichtungen der Pflege und 290000 im ambulanten Pflegedienst, wie das Wirtschaftsministerium informiert. Natürlich wird in diesen Bereichen wenig gezahlt und ist die Arbeit dagegen vergleichsweise anstrengend. Doch wer in der Lage ist, sich seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen und schon lange keine Arbeit mehr hat, der sollte doch begierig darauf sein, endlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Möglicherweise fühlen sich manche Langzeitarbeitslose im Hartz-IV-System aber derart wohl, dass ihr Eigenantrieb, sich ihren Unterhalt selbst zu verdienen, verkümmert ist. Und da man in Pflegeberufen wenig verdient, ist der finanzielle Anreiz, hier eine Arbeit anzunehmen, gering. Häufig bleibt netto nämlich nicht viel mehr als der Hartz-IV-Satz plus Wohnung plus möglichem Zusatzverdienst durch Schwarzarbeit. Waren frühere Generationen zu stolz, beim Staat um Stütze anzufragen, und nahmen dafür jede Arbeit an, so ist das Pendel heute leider ins andere Extrem geschlagen.


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