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21.09.13 / Wie die Ausstellung entstand

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-13 vom 21. September 2013

Wie die Ausstellung entstand

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass in Willkischken der Pfarrer der örtlichen evangelisch-lutherischen Gemeinde, Mindaugas Kairys, und seine Frau auf die Idee kamen, im Gemeindehaus eine Ausstellung über den Dichter und Schriftsteller Johannes Bobrowski durchzuführen. Die hierfür nötigen Recherchen über den gebürtigen Tilsiter führten auch nach Berlin-Friedrichshagen in die Ahornallee 26, wo der Dichter und Schriftsteller mit seiner Familie von 1953 bis zu seinem Tod lebte.

Bei einem Treffen mit Justus Bobrowski, einem der beiden Söhne des Schriftstellers, stellte sich heraus, dass das Haus verkauft werden sollte und das noch bestehende, ehemalige Arbeitszimmer ihres Vaters aufgelöst werden musste. Nach dem Tod von Johanna Bobrowski, der Ehefrau Johannes Bobrowskis, im Jahr 2011 sollte die Wohnung nun endgültig aufgelöst werden.

Vor diesem Hintergrund schlug Jörg Naß, der Projektleiter der Ausstellung in Willkischken, Adam und Justus Bobrowski vor, die Möbel und Gegenstände des Arbeitszimmers nach Willkischken bringen zu lassen, um sie dort in einem eigenen Raum neben der geplanten Ausstellung aufzustellen. Auf diese Weise würden alle Gegenstände zusammenbleiben und könnten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Sommer 2012 konnten dann ein Großteil der Möbel, das Clavicord des Dichters sowie weitere Gegenstände aus dem Arbeitszimmer in die Republik Litauen gebracht werden.

Hätte es nicht eine andere Möglichkeit gegeben, das Arbeitszimmer zu erhalten? Schon seit längerem hatten sich die Söhne Bobrowskis, die Johannes-Bobrow-ski-Gesellschaft in Berlin und der Direktor der Stadtteilbibliothek in Friedrichshagen, Alfred M. Molter, bemüht, das Arbeitszimmer des Dichters in der Ahornallee zu erhalten, allerdings ohne Erfolg. 2005 war die wertvolle Privatbibliothek Bobrowskis mit ihren über 2000 Büchern an die Landesbibliothek Berlin verkauft worden. Deshalb bestand das Arbeitszimmer im Jahr 2012 nur noch aus wenigen persönlichen Gegenständen Bobrowskis und ein paar Möbeln.

Möglich wurde die Ausstellung allerdings nicht nur durch Adam und Justus Bobrowski, die einen Teil des Erbes ihres Vaters der Ausstellung anvertraut haben, sowie den Organisationen und Privatpersonen, die mit Bild- und Tonmaterial über Bobrowski weitergeholfen haben, sondern auch durch Sponsoren, die bei der Finanzierung des Projektes geholfen haben. Da Johannes Bobrowski aber eher unbekannt ist, konnten nicht genug Spendengelder eingeworben werden, so dass der größte Teil der Kosten für die Recherchen, den Bau, Transport und Aufbau der Ausstellung vom Projektleiter finanziert werden musste. J.N.


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