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19.10.13 / Notfalls ins Privatquartier / Hamburg: Ungewöhnliche Wege zur Unterbringung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-13 vom 19. Oktober 2013

Notfalls ins Privatquartier
Hamburg: Ungewöhnliche Wege zur Unterbringung von Immigranten

In diesem Jahr werden gut 100000 Immigranten nach Deutschland kommen, die nach einem bestimmten Schlüssel auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Deren Unterbringung stellt die Kreise und Kommunen vor erhebliche Probleme. Asylbewerber müssen in der Regel die ersten drei Monate in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung wohnen, bevor sie in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden.

In Hamburg gibt es bereits 9000 Unterkunftsplätze in 60 Einrichtungen. Fast 2000 weitere sollen in den nächsten Monaten hinzukommen, was allerdings längst nicht ausreichen wird. Bei der Suche nach Standorten für Gemeinschaftsunterkünfte geht die Stadt seltsame Wege. Will sie beispielsweise einerseits die Autofahrer zum Umsteigen auf Öffentliche Verkehrsmittel bewegen, stellt sie andererseits Park-and-Ride-Plätze mit Wohncontainern voll. Auch vor den Freiflächen von Kindergärten, Seniorenheimen und Freizeitanlagen wird nicht halt gemacht. Den Flüchtlings- und Asylinitiativen kann man es damit indes nicht recht machen. Sie geißeln die Gemeinschaftsunterbringung, sei es nun in Wohnheimen, Containern oder Kasernengebäuden, als menschenunwürdig, da sie „in hohem Maße psychisch belastend“ sei und krank mache, weshalb viele Immigranten „therapiebedürftig“ seien. Diese Kritiker seien daran erinnert, dass noch im Jahre 1951 in Hamburg rund 10000 deutsche Flüchtlinge und Vertriebene in Wohnlagern aus kargen Nissenhütten oder Holzbaracken sowie in unbeheizten, fensterlosen Luftschutzbunkern untergebracht waren.

Da in der stark verdichteten Großstadt jedoch weder genügend Flächen zur Aufstellung von Container- und Pavillonwohnanlagen noch ausreichend leer stehende öffentliche Gebäude vorhanden sind, sollen Neuankömmlinge sogar in Neubauwohnungen untergebracht werden und dort für mehrere Jahre, „möglicherweise sogar dauerhaft“ bleiben dürfen. Auch das erstaunt, beklagt der SPD-Senat doch zugleich das Fehlen von mehreren zehntausend Wohnungen in der Hansestadt. Mit einer Wohnungsbauinitiative will er jährlich 6000 bezahlbare Wohnungen schaffen, in die vor allem junge Familien einziehen sollen. Nun hoffen die Behörden, dass sich Investoren finden, die „die Unterbringung von Flüchtlingen mittragen“. Auf eine derartige Solidarität hoffen die 3500 Menschen, die in Hamburg ohne eigene Wohnung in Notunterkünften leben, und die über 1000 Obdachlosen auf der Straße vergebens.

Das äußerste Mittel zur Unterbringung der Neuankömmlinge sollen Privatquartiere sein. Wenn es nach einigen Landes- und Bezirkspolitikern geht, soll dafür eine Vermittlungsagentur geschaffen werden, bei der sich „weltoffene und hilfsbereite Hamburger“ wegen der „Unterbringung und Betreuung einzelner Flüchtlinge und Kleingruppen“ melden können. Kosten würden ihnen nur für die Verpflegung der „Gäste“ entstehen. Alle anderen Lasten würden aus Steuermitteln getragen werden. Insgesamt wird Hamburg in diesem Jahr rund 75 Millionen Euro für Asylbewerber, Flüchtlinge und Wohlstandszuwanderer ausgeben. J.H.


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