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19.10.13 / Gender statt Nobelpreise / EU zwingt Hochschulen zu »Geschlechterforschung«

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-13 vom 19. Oktober 2013

Gender statt Nobelpreise
EU zwingt Hochschulen zu »Geschlechterforschung«

Aus deutscher Sicht war ein Medizin-Nobelpreis für den Deutsch-Amerikaner Thomas Südhof bereits der Höhepunkt der diesjährigen Preisvergabe. Mit Blick darauf, was hierzulande im Wissenschaftsbetrieb aktuell auf der Tagesordnung steht, bleibt wenig Hoffnung, dass Deutschland seine einstige Spitzenstellung in der Wissenschaft so bald wiedererlangt. Quasi im Endspurt liegen die Vorbereitungen für das EU-Projekt European Research Area (ERA), das bereits kommendes Jahr starten soll. Neben einer Vereinheitlichung der Forschungspolitik in Europa will die EU quasi im Huckepack ganz gezielt eine verstärkte Genderpolitik an Europas Universitäten durchsetzen. So sollen die Unis dazu verpflichtet werden, sogenannte „Gender Action Plans“ aufzustellen. Nur wenige Monate vor dem Start herrscht in Brüssel nun Unmut über den Fortschritt des ERA-Projekts insgesamt. So sollen von 80 Prozent der Universitäten noch nicht die verlangten „Gender Action Plans“ vorgelegt worden sein. Die hinter dem Vorhaben stehende irische EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn hat inzwischen ganz schweres Geschütz aufgefahren. Universitäten sollen nur noch EU-Forschungsgelder erhalten, wenn die Pläne zur Frauenförderung vorliegen.

Mit dieser Drohung als vorläufigem Höhepunkt lässt sich das Projekt ERA wie folgt zusammenfassen. Zuerst sichert sich die EU weitgehende Einflussmöglichkeiten auf den Forschungs- und Wissenschaftsbetrieb der Mitgliedstaaten. Anschließend wird die errungene Macht rabiat dazu genutzt, europaweit ein Vorhaben wie die Genderideologie durchzudrücken. Der Ausgang ist leicht absehbar: Forschung und Lehre geraten durch diese zunehmende Ideologisierung des Wissenschaftsbetriebs immer mehr in den Hintergrund.

Besonders dreist mutet es an, wenn die EU-Kommission nun verlauten lässt, die Brüsseler Vorgaben seien nur zum Besten der Forscher und Universitäten, Europa drohe ohne die umgehende Umsetzung der ERA-Maßnahmen von der asiatischen Konkurrenz abgehängt zu werden. Tatsächlich ist aber kaum anzunehmen, dass sich die Konkurrenz in Asien mit einem Ballast von der Art des EU-Gender-Action-Plans zusätzlich belastet.

Zumindest was Deutschland angeht, könnte sich Brüssel seine Brechstangenpolitik zur Forcierung des Genderwahns ohnehin sparen. Der Feminismus hat hierzulande seinen Siegeszug im Wissenschaftsbetrieb längst angetreten. Im Jahr 2011 gab es bereits 173 Genderprofessuren an deutschen Universitäten und Fachhochschulen. Damit hatten die sogenannten Genderstudies den Fachbereich Slawistik bereits weit hinter sich gelassen, wo es bundesweit nur rund 100 Professorenstellen gab. Schaut man auf die rasante Zunahme der Stellen, dann ist die Genderforschung wahrscheinlich der am schnellsten wachsende Wissenschaftszweig in Deutschland überhaupt. Hinzugekommen sind noch zahlreiche Gender-Forscherinnen und Expertinnen für Interkulturelle Kompetenz, die mittlerweile sogar in den Natur- und Ingenieurswissenschaften als eine Art Sprachpolizei fungieren. Die Folge: Zur eigentlichen Lehre und Forschung wird kaum etwas von Bedeutung beigetragen, stattdessen macht sich an den Universitäten immer mehr Sprachfeminismus und Political Correctness breit. N.H.


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