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19.10.13 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-13 vom 19. Oktober 2013

Leserforum

Memelländer hatten kaum eine andere Wahl

Zu: Tragweite nicht erkannt (Nr. 39)

Bei der Rezension des Buches von Herbert Zebbities wird hervorgehoben, dass man „gute Erfahrungen mit Russen gemacht“ habe. Das reizt zum Widerspruch, habe ich doch das Memelland zirka 30-mal bereist und vor Ort recherchiert, geforscht und Kontakte zu den verbliebenen Deutschen aufgenommen. Auch die einschlägige Literatur über Flucht und Vertreibung ist Grundlage folgender Klarstellungen.

Erstens: Den Memelländern bei der Wahl am 11. Dezember 1938 vorzuwerfen, „denn sie wussten nicht, was sie tun“, ist nun wirklich weit hergeholt und wird der damaligen Situation im nördlichs­ten Ostpreußen nicht gerecht. Die deutschen Memelländer waren seit 1923 einem jahrelangen Volkstumskampf ausgesetzt, die Besatzungsmacht Litauen wollte sie mit aller Gewalt litauisieren. Da wurden sogar Leute zum Tode verurteilt. Zum Glück wurden die Urteile nicht vollstreckt. Sollten sie sich etwa bei der Wahl 1938 zu Litauen bekennen? Und wer blick­te damals denn schon wirklich durch, „wohin die Reise“ mit Adolf Hitler gehen würde. Hatten die Deutschen im Reich etwa einen besseren Durchblick? Im Übrigen erreichte die Deutsche Liste genau 87,2 Prozent der Stimmen, schon die Wahlen seit 1925 ergaben immer einen haushohen Stimmenanteil für die Deutschen. Und das obwohl die Litauer eine massive Einwanderungspolitik von Litauen ins Memelland betrieben. Zahlreiche Deutsche wurden dagegen nach Deutschland ausgewiesen.

Zweitens: Der Verfasser des Buches kann sich glücklich schätzen, im und nach dem Krieg immer nur „gute Erfahrungen mit Russen“ gemacht zu haben. Leider dürfte das für die meisten Menschen aus Ostpreußen und somit auch aus dem Memelland nicht zutreffen. Sie waren dabei einer zügellosen russischen Soldateska ausgesetzt, die Plünderung, Vergewaltigung und Mord nach sich zog.

Bernd Dauskardt, Hollenstedt

 

 

Pflegekräfte kann man sich sparen

Zu: Pflegekräfte verzweifelt gesucht (Nr. 38)

Wie kommen wir dazu, ausgebildete Fachkräfte für unsere Alten „einzuladen“, damit diese ihnen die Windel umlegen? Mit welchem Recht werben wir Pflegekräfte an, die in ihren eigenen Ländern gesucht werden und dort auch ausgebildet wurden? Sind wir nicht moralisch dazu verpflichtet, unsere Omis, Mütter und so weiter aufzunehmen und zu pflegen?

Unsere Mütter und Väter haben uns das Leben geschenkt – das ist keine besondere Erkenntnis, aber wir „entsorgen“ sie in Pflegeheimen oder – wenn es gar nicht anders geht – landen sie im Stift. Fremde Menschen, die nicht einmal ihre Sprache sprechen, sollen ihnen behilflich sein beim Umlegen der Windeln. Einfach unwürdige für ein Land der „Dichter und Denker“.

Mein Vorschlag ist, einmal darüber nachzudenken, ob die Milliarden Euro, die diese Heime kosten, nicht im sogenannten Familiengeld oder in Familienheimen besser investiert sind. Man stelle sich vor, Omi und Opi bekommen vom Staat 5000 Euro Pflegegeld (denn so viel kosten diese Einweisungen mindestens, oft aber viel mehr) und schon können wir unseren Senioren garantiert ein würdiges Dasein fürs Altenteil geben.

Rüdiger Röthke, Berlin

 

 

Schlesien lebt!

Zu: Schlesischer Kuchenkrieg (Nr. 40)

Da kommen wieder Leute zu Wort, die sich mit der rechtlichen Situation nicht auskennen. Die Auflösung Preußens wurde für das Gebiet der DDR schon 1955 beendet. Somit besteht auch Schlesien formal wieder. Die Menschen vor Ort müssen sich nur artikulieren und die Anerkennung fordern, aber sich nicht von nicht legitimierten Wirtschaftsgemeinschaften wie der EU etwas vorschreiben lassen.

Alfred Schneider, Spremberg

 

 

Wohlfahrt am Ende

Zu: Ende des Wohlfahrtstaats (Nr. 39)

Falsch! Wir leben schon lange nicht mehr in einem Wohlfahrtsstaat. Wohlfahrt und Kreditaufnahme, das sind diametrale Begriffe. Man stelle sich doch nur vor, dass im Ostpreußen des letzten Jahrhunderts jeder Lorbas mit seinem Marjellchen beim Dorfschulte um seine Versorgungsration gebettelt hätte. Damals war Tauschhandel üblich. Das heißt, es gab nichts mehr, wenn die vorhandene gemeindeeigene Ware verteilt war. Wer sich unterversorgt fühlte, der musste bei den Habenden betteln oder stehlen.

Wohlfahrt im damaligen Preußen war also keine unmoralische staatliche, sondern eine moralische gesellschaftliche Einstellung. Wer die Ausplünderung unseres Landes als Wohlfahrt bezeichnet, der hat erfolgreich alle Umerziehungsmaßnahmen in der Nachkriegszeit mitgemacht.

Gerald Franz, Bonn

 

 

Geplanter Ruin

Zu: Berlin: SPD-Schulpolitik am Ende (Nr. 39)

Im Artikel wird davon gesprochen, dass die SPD-Schulpolitik an die Wand gefahren ist und jetzt einem Trümmerhaufen gleicht. Wir sollten uns nicht irren. Die einzige Pleite dieser Schulpolitik ist die vergebliche Verhinderung von Privatschulen. Der Niedergang der Bildung dagegen ist politisch gewollt. Die Linken waren immer bestrebt, die Bildung zu ruinieren, weil sie von einer verdummten Bevölkerung größere Unterstützung und bessere Beherrschbarkeit erwarten. Da liegen sie richtig.

Gleiches muss man über ihre Sozialpolitik sagen. In den letzten 150 Jahren hat diese „Sozialpolitik“ nur den erstrebten Unfrieden geschaffen und die Lage der Arbeitnehmer verschlechtert. Einem Arbeiter, dem es dreckig geht, kann man leichter seine Ideologie aufschwatzen.

Fritz Kleeberg, Dresden

 

 

PAZ denkt anders

Zu: Schlesischer Kuchenkrieg (Nr. 40)

Eine Frechheit! Erst wird den Schlesiern ihr Land weggenommen und jetzt versucht man auch noch, ihnen ihre Kultur (zu der zweifelsohne auch das Kochen und die Kochkultur gehört) wegzunehmen. Das ist doch eine Unverschämtheit!

Jeder hat das Recht, seinen Kuchen zu nennen, wie er will; nur scheint dieses Recht offenbar mal wieder nicht für uns Deutsche zu gelten. Und wie immer: keine Unterstützung von Regierung, Scheinopposition und Hauptstrommedien. Gott sei Dank ist die „Preußische Allgemeine“ kein Hauptstrommedium, sondern eine eigenständig denkende Zeitung. Danke dafür!

Tom Orden, Berlin

 

 

Leistungen stehen hoch über Fehleistungen von Strauß

Zu: Verehrt, verhasst und schmerzlich vermisst (Nr. 38)

Sehr gut formuliert: Was Strauß tatsächlich geleistet hat, steht haushoch über dem und gegen das, was er „sich geleistet“ hat. Dies bedeutet aber eine nicht unwesentliche Relativierung seines im Prinzip unbestreitbaren historischen Ranges.

Ich möchte daran erinnern, dass Strauß interne erstzunehmende Kritiker gehabt hat, nämlich den dieses Jahr verstorbenen Politiker Franz Handlos, der im Wahlkreis Deggendorf sogar mal das beste CSU-Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat. Handlos mag zwar die Sache mit dem DDR-Milliardenkredit im Vergleich zum längerfristigen politischen Instinkt von Strauß überschätzt beziehungsweise falsch eingeschätzt haben, kritisierte aber zurecht die „Amigo-Verfilzungen“ des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden.

Von allen Politikern der demokratischen Rechten in Europa hatte Strauß wohl den weitesten wirtschaftspolitischen, finanzpolitischen und außenpolitischen Horizont, vermochte sich aber dennoch nicht auch nur annähernd als so vertrauenswürdig zu positionieren, wie es Helmut Schmidt gelungen ist. Dies lag nicht nur am „Spiegel“ und an den deutschen Intellektuellen, welche Strauß maßlos dämonisiert haben.

Ferner bleibt zu befürchten, dass die Westmächte einem Bundeskanzler Strauß im Vergleich zu dem „gutmütig“ wirkenden Kohl die deutsche Wiedervereinigung nicht zugestanden hätten. Die Ängste waren bekanntlich groß, und es hätte nur wenig gebraucht, um die Waagschale auf die andere Seite kippen zu lassen, wobei auf Dauer freilich eine eigenständige DDR ungefähr auf dem Niveau der Slowakei sich so oder so nicht hätte halten können.

Der größte Fehler von Strauß war wohl innenpolitisch. Er hätte bei seiner Einsicht von Bad Kreuth bleiben müssen, dass eine einheitliche Unionspartei auf Dauer nicht regierungsfähig bleibt. Und dass für das politische Gleichgewicht in der Bundesrepublik eine demokratische Auswahl im rechtsliberalen, nationalliberalen und konservativen Bereich nötig wäre, also eine bundesweite Ausdehnung der damaligen CSU, allenfalls mit neuem Namen. Dass derzeit etwa

15 Prozent der Wählenden nicht im deutschen Parlament vertreten sind, ist eine Spätfolge dieser Fehlentscheidung beziehungsweise dieses Mangels an Mut. Dabei wusste Strauß ganz genau, dass die deutsche Rechte einer Domestizierung bedarf, um nicht der Gefahr einer unverantwortlichen Radikalisierung zu verfallen. In diesem Sinn deute ich seine Mahnung, dass rechts von ihm der Abgrund beginne.

Klar scheint auch, dass – abgesehen von der Breite des politischen Horizontes – AfD-Chef Lucke kaum über einen winzigen Bruchteil des Charismas von Strauß verfügt und erst recht nicht über dessen politisches Potenzial. Meine Erachtens hätte schon der Schweizer EU-Kritiker Christoph Blocher, ein Geistesverwandter von Strauß, jedoch nicht ganz von dessen politischem Weitblick, in Deutschland wohl mindestens die doppelte Wählerschaft von Lucke hinter sich scharen können, wohl allein schon aus Gründen der finanziellen Potenz. Dabei ist Blocher im Gegensatz zu den Haiders und

Le Pens nicht als rechtsradikal, sondern als rechtsliberal-populistisch einzuschätzen, alles Wesenszüge, die auch Franz Josef Straus nicht fremd waren.

Was an der CSU heute noch als fast einziger Partei in Europa beeindruckt, ist das Bekenntnis zur Leistungsgesellschaft einschließlich einer starken Betonung der heimatlichen und regionalen Tradition, wozu noch das allerdings verblassende und immer weniger glaubwürdige „Christliche“ gehört. Im Sinne von Max Weber wäre das künftige Europa wohl eher auf das calvinistische Ethos der Arbeit denn auf katholischen Faschingsbetrieb angewiesen.

Dr. Pirmin Meier, Beromünster/Schweiz

 

 

Richtig gallig

Zu: Differenziert betrachten (Nr. 40)

Der Artikel gefällt mir: so richtig gallig. Vielleicht kann man sich wirklich nur noch mit Zynismus, Satire und Ironie über Wasser halten. Ich fürchte, dass es irgendwann so richtig knallt. Ich weiß auch schon, welche Weichlinge verlieren werden. Eigentlich schade um unsere gewachsene Kultur, sie brachte uns Wohlstand, aber auch Neider, Gutmenschen und Dummköpfe.

Adolf Breitmeier, Münster/Darmstadt-Dieburg

 

 

Ein Roma-Paradies

Zu: Spannungen mit Zigeunern (Nr. 40)

Im Artikel steht: „Ein Bürgerkomitee fordert, alle Roma bis Jahres­ende umzusiedeln.“ Na dann auf nach Deutschland! Dort sind sie mit ihrer Fröhlichkeit und Herzlichkeit eine Bereicherung für die Kultur und wegen ihrer fachlichen Qualifikation sowie ihres Arbeitseifers eine unverzichtbare Größe für die Wirtschaft.

Deshalb nur auf nach Deutschland. Sie werden erwartet mit Neubauwohnungen, Kindergeld- und Hartz-IV-Zahlungen. Der deutsche Steuerzahler verzichtet gerne für sie und arbeitet gerne noch ein paar Stunden mehr, damit es ihnen richtig gut geht und sie sich wohlfühlen.

Horst Vajen, Kärla vald/Estland

 

 

Der ideale Historiker verurteilt nicht

Zu: „Eine Tragödie, kein Verbrechen“ (Nr. 39)

Ich begrüße die offene Diskussion über Geschichte in der PAZ und erlaube mir diese Stellungnahme. Die Geschichtsschreibung diente vor dem Historiker Leopold von Ranke gern der Heroisierung und dem – wie man heute sagt – Personenkult. Ranke dagegen baute bei seiner Geschichtsschreibung auf Quellen, also mühsame Archiv-Studien. Er begründete damit die eigentliche Geschichtswissenschaft, wofür er den persönlichen Adelstitel bekam (nicht vererbbar). Die Historiografie bekam die Chance einer objektiven Methode, die heute wieder verloren zu gehen droht.

Der Historiker darf Geschichte nicht unter Schuld und ideologischem Denken subsummieren. Das jedoch geschieht heute. Schon der Buchtitel „Der Griff nach der Weltmacht“ des Historikers Fritz Fischer impliziert, dass die deutsche Politik schuld war am Ausbruch des Ersten Weltkrieges – mit möglicher Fortsetzung im Zweiten Weltkrieg. Aber ein Historiker darf bei machtpolitischen Handlungen in Geschichte und Zeitgeschichte weder Ankläger noch Richter über Schuld und Unschuld sein. Auch Siegerprozesse sind fragwürdig, solange es keine Welt-Verfassung gibt mit verfasster Außenpolitik. Auch der Historiker gerät in die Falle einer „ancilla politicae“: Er macht sich zur „Magd der Tagespolitik“ und von fertiger Schuldideologie.

Politik ist immer ein Macht-Kampf von vielen Kräften. Da gibt es keine Unschuld für irgendjemanden. Alles andere ist weltfremd. Außenpolitik zumal ist „im Urzustand“ und nicht juristisch „aufzuarbeiten“, allenfalls als sogenannte Siegerjustiz und Siegerethik im Sinne einer Erfolgsethik (erlaubt ist, was gelingt). Der Historiker kann nur objektive Tatsachen bereitstellen – hier für den Ausbruch von Kriegen – und zwar für alle Teilnehmer. Wenn Christopher Clark Geschichte als „Tragödie“ versteht, so hat er damit eine Vokabel für das Menschengeschlecht gefunden, das sich ohne letzte Vernunft und ohne Ende bis zu seinem möglichen nuklearen Untergang bekämpft. Geschichte muss sich endlich wieder von Politik emanzipieren.

Karl-Hermann Dittmar, Bad Arolsen

 

 

Wahlbeobachter

Zu: Außer Kontrolle (Nr. 40)

Soweit ich mich erinnern kann, betrafen alle bisher öffentlich bekannt gewordenen Auszählfehler Stimmen, die der Partei „Alternative für Deutschland“ zugerechnet werden müssten. Das ist schon ziemlich auffällig.

Um Gerüchten über Wahlmanipulationen vorzubeugen, sollten die zukünftigen Landtagswahlen vielleicht unter internationale Aufsicht gestellt werden. Wenn es nichts zu verbergen gibt, sollten deutsche Politiker auch nichts dagegen haben. Im Gegenteil – eine Wahl unter internationaler Aufsicht, die ohne Unregelmäßigkeiten abläuft, würde den Gerüchten über Manipulationen entgegenwirken.

Frank Heitbrock, Lüneburg

 

 

Totgeschwiegen

Zu: Differenziert betrachten (Nr. 40)

Ich weiß nicht, was an dieser EU und an dem Euro so gut ist, dass es Leute gibt, die alle Gegner verteufeln. Das Euro-Thema ist anscheinend tabu, denn beim Wahlkampf in Deutschland und in Österreich ist zumindest bei den EU-Fetischisten dieses Thema ausgeklammert worden.

Und noch ein Thema wurde ausgeklammert: die Überfremdung, die Zuwanderung speziell aus islamischen Ländern, der Asylmissbrauch und die schleichende Islamisierung. Das sind aber Themen die dem Volk zu Recht unter den Nägeln brennen. Klar, dass die Verursacher der betreffenden Parteien das Ansprechen derselben als Sakrileg brandmarken. Diese Themen werden uns allen noch auf den Kopf fallen. Wie schizophren. Gegen Islamisten führen wir im Ausland Krieg – Moslems die ihre Religion leben – und in unserer Heimat finanzieren wir den Unterricht für diese Glaubenslehre.

Alwin Häle, Zwischenwasser/Österreich


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